GMAT für MBA-Studium und Masterstudiengänge

Der Graduate Management Admission Test, allgemein bekannt unter der Abkürzung GMAT, ist ein standardisierter Test, der im Vorfeld eines MBA-Programms abgelegt werden muss. Er ist notwendig für die Bewerbung an fast allen renommierten Business Schools und wird weltweit in Englisch abgehalten. Geprüft werden dabei die sprachlichen Fähigkeiten, vor allem aber auch das mathematisch-logische Denkvermögen der Kandidaten sowie ihre Eignung, unter erheblichem Zeitdruck zu arbeiten. Die für fünf Jahre gültigen Testergebnisse basieren auf objektiven Kriterien und stehen damit im Gegensatz zu den oftmals subjektiven Beurteilungen der Universitäten. Da die Bewerberzahl die Zahl der freien Plätze an den Business Schools oft bei Weitem übersteigt, bilden der GMAT und seine Testergebnisse die Grundlage für die Zulassung zum MBA-Studiengang und die Vergabe der Studienplätze. Organisiert wird er vom Graduate Management Admissions Council (GMAC), dem mehr als 100 Business Schools angehören; mit der administrativen Ausführung ist seit 2006 die Firma Pearson VUE betraut. Der GMAT dauert drei bis vier Stunden und ist komplett am Computer in einem eigens eingerichteten Testcenter abzulegen. Er kann wiederholt werden, allerdings nur einmal in 31 Tagen und fünfmal in zwölf Monaten abgelegt werden. Im deutschsprachigen Raum wird er in Berlin, München, Frankfurt und Hamburg angeboten und kostet 250 US $, zzgl. Steuern.

Aufbau des GMAT

Der GMAT besteht aus vier Teilen: zwei Essays, für die 30 Minuten veranschlagt werden (Analytical Writing Assessment), einem 75-minütigen mathematisch-analytischen Teil (Quantitative Section) mit 37 Aufgaben sowie einem 75-minütigen sprachlichen Teil (Verbal Section) mit rund 41 Fragen.
Der analytische Teil untergliedert sich nochmals in zwei Fragetypen: Beim „Data Sufficiency“ ist im Multiple-Choice-Verfahren zu entscheiden, welche der angegebenen Antworten zur Lösung der Frage führt. Beim „Problem Solving“ müssen logische Mathe- oder Textaufgaben gelöst werden.
Im sprachlichen Teil müssen bei der „Sentence Correction“ in vorgegebenen Sätzen Wortalternativen ermittelt und im „Critical Reasoning“ inhaltliche Antworten zu Textpassagen ausgewählt werden. Bei der „Reading Comprehension“ wird das Sprachvermögen getestet, indem aus längeren, meist wissenschaftlichen Textpassagen logische Schlussfolgerungen gezogen werden müssen. Auch hier handelt es sich um Multiple-Choice-Verfahren.

Das Testverfahren passt sich der individuellen Leistungsfähigkeit des Prüflings an. So erhält dieser bei einer falschen Antwort als Nächstes eine leichtere Frage, bei einer richtigen Antwort hat die folgende Frage einen höheren Schwierigkeitsgrad. Der Testverlauf ist dabei stets unterschiedlich und individuell auf jede Testperson abgestimmt. Jede Frage muss beantwortet werden, keine kann übersprungen oder zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufgerufen werden.

Vorbereitung für den GMAT

Um optimale Ergebnisse zu erzielen, empfiehlt sich eine Vorbereitungszeit von 4 bis 12 Wochen. Die Macher des Tests haben eigens eine Software zur Prüfungsvorbereitung entwickelt, die dem Kandidaten nach seiner Anmeldung für den GMAT zugesendet wird. Diese Software ermöglicht es, sich mit dem Aufbau des Tests und der Art der Fragen vertraut zu machen und das zeitliche Ausmaß abzuschätzen. Zudem werden spezielle Vorbereitungskurse (on- und offline) angeboten, die von Spezialisten mit langjähriger Erfahrung geleitet werden.

Ergebnisse und Quote

Der GMAT ist nicht so ausgerichtet, dass man entweder besteht oder durchfällt. Stattdessen wird eine Punktzahl erreicht, die den Business Schools als Referenz gilt. Die Höchstzahl der zu erreichenden Punkte beträgt 800, der globale Durchschnitt liegt derzeit bei etwa 500 Punkten, der deutsche bei etwa 530. Ein Score zwischen 550 und 650 bedeutet in der Regel, dass die Aufnahme voraussichtlich erreicht ist.