UNIKIMS – Die Management School der Universität Kassel

Geschichte der UNIKIMS

Die Vorgänger-Hochschule der UNIKIMS wurde Ende der 90er Jahre von hessischen Unternehmen als private Einrichtung gegründet, 2005 übernahm die Universität Kassel die Institution. Die Universität integrierte ihre drei-semestrigen Studienprogramme (Finanzmanagement, Logistik, Personalwirtschaft, Marketing und Controlling), die sie von 2001 anbot, in ihre Management SchoolUNIKIMS.

Seitdem wird das Angebot stetig ausgebaut. Ziel ist es, die ganze akademische Breite der Universität Kassel in den Weiterbildungsangeboten abzubilden – sofern es sinnvoll ist und eine Nachfrage besteht. So sind bereits die Wirtschaftswissenschaften, die Humanwissenschaften, das Bauingenieurwesen, der Maschinenbau, die Elektrotechnik und die Architektur an der UNIKIMS vertreten.

Zielgruppe der Hochschule UNIKIMS

Die Management School UNIKIMS richtet sich mit ihrem Bildungsangebot nicht nur an die Region, sondern auch an Interessenten aus ganz Deutschland, da ein großer Teil des Studiums über eine E-Learning-Plattform und Selbststudium absolviert wird. Inhaltlich werden viele verschiedene Berufsgruppen abgedeckt, es gibt sehr spezialisierte Studienprogramme wie den MBA in Marketing und Dialogmarketing, aber auch ein General Management-Programm. Laut eigener Aussage belegen jährlich etwa 500 Mitarbeiter aus über 100 Unternehmen (Mittelständische Betriebe und international agierende Konzerne) die Weiterbildungsangebote der UNIKIMS. Die Studierenden sind in der Regel zwischen 25 bis 40 Jahre alt.

Die UNIKIMS möchte als forschungsstarke und anwendungsbezogene Weiterbildungsorganisation der Universität Kassel wahrgenommen werden, daher ist die enge Verbindung mit forschungsstarken Professoren auf der einen Seite und erfahrenen Praktikern auf der anderen Seite sehr wichtig. Zudem bietet sie eine breite Palette an Studienprogrammen mit betriebswirtschaftlichen, ingenieur- und humanwissenschaftlichen Lehrangeboten.

Fokus der Forschung

Die UNIKIMS hat mit zwei renommierten Programmen gestartet, dem Master of Public Administration, sowie ihrem forschungsstarken Schwerpunkt, dem Master in Mehrdimensionaler Organisationsberatung. Mittlerweile gibt es sieben berufsbegleitende Studiengänge. Weitere Projekte befinden sich in der Entwicklung, zum Beispiel soll ein Master zum Thema Bildungsmanagement entwickelt werden.

UNIKIMS mit Studienreise ins Ausland

Die UNIKIMS hat eine wachsende internationale Ausrichtung. Da teilweise ein großer Teil des Studiums über E-Learning-Plattformen und im Selbststudium stattfindet, ist nicht in allen Programmen ein Auslandsaufenthalt oder eine Studienreise vorgesehen. In demMBA General Management ist jedoch eine Studienreise nach Japan integriert. Die Unterrichtssprache ist in der Regel Deutsch, der Master Wind Energy Systems wird vollständig in Englisch unterrichtet.

Studienangebote der UNIKIMS

Die UNIKIMS bietet bisher sieben berufsbegleitende Masterstudiengänge:

  • MBA General Management
  • MBA Marketing und Dialogmarketing
  • Master Mehrdimensionale Organisationsberatung
  • Master of Public Administration
  • Master Industrielles Produktionsmanagement
  • Master ÖPNV & Mobilität
  • Master Wind Energy Systems (ab Herbst 2014)

Außerdem kann man an der UNIKIMS Seminar- und Zertifikatsprogramme sowie Inhouse-Schulungen belegen. Für diese ist das Abitur als Zulassung nötig. Die UNIKIMS bietet zudem postgraduale Studienprogramme an, für die mindestens ein Masterabschluss notwendig ist.

Die Master- und MBA-Studiengänge dauern fünf bzw. sechs Semester, während die Zertifikats- und postgradualen Studienprogramme in 9 bis 12 Monaten studiert werden. Die Seminare und Inhouse-Schulungen dauern mehrere Tage. Die Angebote der UNIKIMS sind ausschließlich berufsbegleitend angelegt.

Die UNIKIMS befindet sich im hessischen Kassel. Die Lehrveranstaltungen der verschiedenen Studienangebote finden an wechselnden Orten statt.

Die Unternehmen Viessmann Werke GmbH & Co. KG, SMA Solar Technology AG, OctaVIA AG und WEGU GmbH & Co. KG sowie die IHK Kassel halten jeweils knapp 10 Prozent der Gesellschaftsanteile und sind damit unmittelbar in die strategische Entwicklung der Weiterbildungsangebote eingebunden. Die Universität Kassel ist Mehrheitsgesellschafterin.

Die Unternehmen B. Braun Melsungen AG, K+S AG, Kassler Bank, Technoform Caprano und Brunnhofer GmbH & Co. KG, Verlag Dierichs GmbH & Co. KG und RSE Planungsgesellschaft mbH sind Stifter der UNIKIMS-Stiftungsprofessur.

Die Studienangebote kosten zwischen 6.000 und 20.000 Euro, abhängig vom jeweiligen Programm. Hinzu kommen in der Regel noch die Semesterbeiträge sowie Aufwendungen für Anreise und Übernachtungen.

Die Bewerber für die Master- und MBA-Programme müssen einen ersten Hochschulabschluss sowie ausreichende Berufserfahrung vorweisen können. Meist ist Deutsch die Unterrichtssprache. Im Herbst 2014 wird der Studiengang „Wind Energy Systems“ eingeführt, welcher komplett auf Englisch unterrichtet wird.

Die Weiterbildungsprogramme sind durch die Agenturen ZEvA, ASIIN e.V. und DGSv akkreditiert.

An jedem Studienzug, der jährlich ein oder zwei Mal beginnt, nehmen etwa 20 Studierende pro Gruppe teil. Jährlich sind insgesamt 340 Studierende an der UNIKIMS eingeschrieben. An der UNIKIMS sind derzeit fünfzehn Mitarbeiter beschäftigt, für jeden Masterstudiengang gibt es einen festen Ansprechpartner, der sich um die Belange der Teilnehmer kümmert.

Veranstaltungen

Die UNIKIMS veranstaltet in regelmäßigen Abständen Vorträge, die allen Interessenten offen stehen. Die Themen reichen von Interkultureller Zusammenarbeit über Mobilität bis hin zu der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Referenten sind meist Wissenschaftler der Universität Kassel und Dozenten der UNIKIMS.

Qualitätssicherung

Um die Weiterbildung an der UNIKIMS zu verbessern, haben die Universität Kassel und die UNIKIMS ein umfassendes Qualitätsmanagementkonzept für die Weiterbildung entwickelt. Durch regelmäßige Evaluationen soll kontinuierlich an den Bildungsangeboten gearbeitet werden.

Interview mit einem Vertreter der Hochschule

  • Dr. Jochen Dittmar
    Geschäftsführer der UNIKIMS

Wie kam es zur Gründung der UNIKIMS?

Die Idee zur Gründung der KIMS stammt aus der Wirtschaft selbst. Ende der neunziger Jahre bauten Unternehmen aus Nordhessen die zunächst rein privat betriebene Hochschule auf. An der privaten Hochschule zeigte sich jedoch, dass rein anwendungsbezogene Studiengänge nicht funktionierten. Man kam zu dem Schluss, dass es eben auch der Wissenschaft bedarf. So kam es, dass 2005 die Kasseler Universität unter ihrem Präsidenten Professor Dr. Rolf-Dieter Postlep 52 Prozent der Anteile an der KIMS, die seither unter UNIKIMS – die Management School der Universität Kassel firmiert, übernahm. Die anderen 48 Prozent halten mit jeweils 9,5 Prozent der Energietechnikkonzern Viessmann Werke GmbH & Co KG, der Automobilzulieferer WEGU Holding GmbH, das IT-Beratungshaus OctaVIA AG, die SMA Solar Technology AG sowie die Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg. Die Universität führte ihre drei-semestrigen Studienprogramme, die sie von 2001 an mit stetig wachsender Resonanz auf den Gebieten des Finanzmanagements, des Marketings, der Logistik, der Personalwirtschaft und des Controllings gegen eine Kosten deckende Studiengebühr angeboten hatte, in die UNIKIMS über und baute das Bildungsangebot seither aus. So gibt es bereits sechs berufsbegleitende Studiengänge. Auch derzeit entstehen sehr interessante Studiengänge, die am Markt gefragt sind.

Wie eng sind Sie an die Universität angebunden?

Sehr eng, wir sind wie gesagt die Management School der Universität und arbeiten mit den unterschiedlichsten Fachbereichen in der Entwicklung berufsbegleitender Studiengänge eng zusammen. Was die Verwaltung und Organisation angeht, arbeiten wir eigenständig. Die Universität Kassel hat ihre Weiterbildungsangebote an uns ausgelagert, hier finden alle Aktivitäten diesbezüglich statt. Aber: wir sind keine eigene Hochschule, alle Studiengänge werden von der Uni Kassel angeboten, und sie vergibt auch die Abschlüsse.

Inwiefern arbeiten Sie mit Partnerhochschulen oder Unternehmen zusammen?

Die Unternehmen binden wir bereits bei der Entwicklung unserer Studiengänge mit ein. Ferner bieten wir Unternehmen die Möglichkeit ihre Mitarbeiter in Inhouse-Programmen weiterzubilden. Die Wissenschaftler und Dozenten der UNIKIMS kommen also auch zu Schulungen und Beratungen in die Unternehmen. Die Themen sind weit gespannt und reichen von Management über Technologie bis Ergonomie und Arbeitspsychologie. Die Nachfrage nach den Schulungen geht von den Unternehmen aus. Sie werden je nach Bedarf des Unternehmens ein, zwei oder vier Mal jährlich angeboten und kosten 2000 bis 4000 Euro am Tag. Kunden der UNIKIMS sind KMUs aber auch international tätige Konzerne. Die Kooperation mit Hochschulen ist ein Bereich, den wir ausbauen wollen und weswegen wir Partner suchen. Gerade führen wir beispielsweise Gespräche mit der Universität Klagenfurt in Österreich. Aber wir wollen auch mit deutschen Universitäten zusammen arbeiten.

Wie suchen Sie Ihre Dozenten aus?

Wir wollen einerseits Wissenschaftler mit Praxisbezug und andererseits Praktiker mit wissenschaftlichen Background und Lehrerfahrung. Das ist uns sehr wichtig und dafür suchen wir im gesamten deutschsprachigen Raum nach geeigneten Dozenten. Die wir auch finden.

Warum sollte man sich als Teilnehmer gerade für Ihre Hochschule entscheiden?

Es gibt viele renommierte private Hochschulen, die MBA-Programme anbieten. Was wir ihnen aber voraus haben, ist, dass nur öffentliche Universitäten Forschung betreiben. Zudem ist die neue Generation der Professoren an der Universität Kassel sehr forschungsstark. Dadurch können wir die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse direkt in die Lehre integrieren. Der Anwendungsbezug muss natürlich da sein. Aber die Teilnehmer sollen auch für künftige Probleme gerüstet sein. Da ist es wichtig, die Forschung miteinzubeziehen. Täten wir das nicht, wären unsere Absolventen zwar nach ihrem Abschluss fit, fünf Jahre später könnten die Probleme des Wirtschaftslebens jedoch ganz anders aussehen. Dann fänden die Studierenden keine passenden Lösungsansätze. So etwas systematisch und analytisch anzugehen, ist Sache der Wissenschaft.

Wo sehen Sie Ihre Hochschule in fünf Jahren?

Wir wollen weiter in die Breite gehen. Unser Ziel ist es, für jeden Fachbereich der Universität Kassel ein entsprechendes Weiterbildungsangebot zu schaffen – natürlich sofern es Sinn macht und es eine Nachfrage seitens der Wirtschaft gibt. Derzeit arbeiten wir an drei neuen Studiengängen, in den Bereichen Baumanagement, Bildungsmanagement und Wind Energy Systems. Letzteres wird ein internationaler Studiengang, der ausschließlich online angeboten wird. Der Input für neue Entwicklungen kommt übrigens auch aus den Unternehmen selbst: Zum Beispiel ist der Bauindustrieverband Nord auf uns zugekommen, um das Projekt „Baumanagement“ anzustoßen.