Masterstudiengang Wirtschaftsrecht (LL.M.)/ Universität Münster

Das Wirtschaftsrecht gewinnt insbesondere aufgrund der in den letzten Jahren rasant anwachsenden internationalen Wirtschaftsbeziehungen mehr und mehr an Bedeutung. Neuer Gestaltungs- und Handlungsbedarf wird in den klassischen Wirtschaftsbereichen hervorgerufen. Aber auch das Feld der Restrukturierung und Sanierung darf angesichts der aktuellen Marktlage nicht vernachlässigt werden.

Zahlreiche Synergieeffekte von Wirtschafts- und Insolvenzrecht tragen zu neuen Impulsen und damit zu neuen Herausforderungen bei. Mit den komplexer werdenden Fragestellungen steigen aber auch die Erwartungen an hochqualifizierte Expertinnen und Experten mit fachübergreifendem Know-how. Den Anforderungen einer kompetenten Beratung wird nur die Person gerecht werden können, die sich nicht ausschließlich auf ein Fachgebiet konzentriert, sondern Kenntnisse aus allen Bereichen des Wirtschaftsrechts vorweisen kann.

Vermittelt werden fundierte Kenntnisse im Gesellschafts-, Steuer- und Insolvenzrecht. Darüber hinaus lernen die Studierenden Schnittstellen zu ausgewählten Bereichen des Wirtschaftsrechts kennen und werden auf diese Weise für verschiedene Fragestellungen sensibilisiert. Der Masterstudiengang kombiniert die Vermittlung von wissenschaftlich fundiertem Fachwissen mit dem für den beruflichen Alltag entscheidenden Praxisbezug. Ziel des Studiengangs ist es, die Teilnehmenden zu befähigen, juristische Problemstellungen auch vor dem Hintergrund betriebswirtschaftlicher Praktikabilität zu strukturieren. Gleichzeitig betonen internationale Inhalte der Lehrveranstaltungen die globale Orientierung dieses Studiengangs. Fallstudien runden ergänzend und unterstützend die Vorlesungen ab.

Bei erfolgreichem Abschluss wird den Absolventinnen und Absolventen der Hochschulgrad eines „Master of Laws“ (LL.M.) verliehen. Der Studiengang ermöglicht zudem nach Besuch eines kostenlosen Zusatzkurses den juristischen Teilnehmenden den Erwerb und Nachweis der besonderen theoretischen Kenntnisse im Sinne der FAO für die Bezeichnung „Fachanwalt/Fachanwältin für Handels- und Gesellschaftsrecht“.

Besonderheiten des Studiums

Das Programm wird bereits seit 2009 von der JurGrad an der Uni Münster angeboten – dementsprechend viel Erfahrung hat die Hochschule mit der Durchführung des Studiengangs. Die Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs erwerben nicht nur den LL.M.-Titel; juristisch vorgebildete Teilnehmende können auch die theoretischen Inhalte für den Titel “Fachanwalt/Fachanwältin für Handels- und Gesellschaftsrecht” erwerben.

Inhalte

1. Semester

  • Einführung in das Wirtschaftsrecht (Vorschalttag für Ökonomen)
  • Einführung in das Steuerrecht
  • Personengesellschaften und mittelbare Unternehmensbeteiligungen
  • Kapitalgesellschaften: GmbH
  • Kapitalgesellschaften: AG, KGaA, SE
  • Internationales und Europäisches Gesellschaftsrecht
  • Grundlagen des Kapitalmarktrechts

2. Semester

  • Arbeitsrecht
  • Wirtschaftsstrafrecht
  • Grundlagen des Konzernrechts
  • Vergaberecht
  • Finanzierung: Kredit, Kreditbesicherung und sonstige Instrumente der Unternehmensfinanzierung
  • Buchführung und Bilanz
  • Einkommensbesteuerung
  • Grundlagen des Europäischen und Deutschen Kartellrechts
  • Grundlagen der Umsatzsteuer
  • Besteuerungsverfahren
  • Grundlagen des internationalen Steuerrechts
  • Besteuerung von Personengesellschaften
  • Gewerbesteuerrecht und Besteuerung von Körperschaften
  • Grundlagen des Insolvenzrechts

3. Semester

  • Drittrechte/Sicherheiten
  • Insolvenzarbeitsrecht
  • Anfechtungsrecht
  • Steuern in der Insolvenz
  • Verwertung unbeweglichen Vermögens/Zwangsverwaltung
  • Insolvenzplanverfahren (ESUG)
  • Materielles Umwandlungsrecht
  • Unternehmenskauf und Management
  • Gesellschaftsrechtliche Strukturierung

Zielgruppe

Der Studiengang richtet sich vornehmlich an Jurist:innen und Ökonom:innen, die Interesse an einer Karriere in den Bereichen des Wirtschafts-, Insolvenz- und Steuerrechts haben. Angesprochen sind unter anderem junge Absolvent:innen und Berufseinsteigende, Rechtsreferendarinnen und Referendare sowie Doktoranden; aber auch Berufserfahrene, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte und Führungskräfte im mittleren und höheren Management, im Dienstleistungsbereich und in Unternehmen erhalten durch die berufsbegleitende Option ein hoch qualifizierendes Weiterbildungsprogramm.

Lehrende

Unsere Praxisdozierenden sind in Banken, Unternehmensberatungen, Finanzgerichten, Universitäten und national und international agierenden Kanzleien tätig und bringen langjährige Berufserfahrung und exzellente Kenntnisse in ihren jeweiligen Themengebieten mit.

Gerade die Kombination unserer Dozentinnen und Dozenten aus Wissenschaft und Praxis bietet Ihnen als Teilnehmer:in nicht nur das notwendige wissenschaftlich fundierte Fachwissen, sondern auch letztlich den entscheidenden Praxisbezug.

Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Studium

Die Aufnahme eines berufsbegleitenden Masterstudiums ist nicht nur eine organisatorische Herausforderung, sondern immer auch eine zeitliche Belastung. Dabei lassen sich Überschneidungen mit wichtigen beruflichen oder familiären Terminen nicht immer verhindern. Die JurGrad bietet Ihnen die Flexibilität, die Sie benötigen: Eine verpasste oder nicht bestandene Klausur kann unkompliziert am Ende des Studiengangs oder im Rahmen des Nachfolgejahrgangs wiederholt werden. Wenn Sie die Master Thesis vorziehen oder zu einem späteren Zeitpunkt schreiben möchten, kann ein individueller Termin vereinbart werden. Auch wenn der Kurs als Präsenzstudium konzipiert ist und vom Austausch mit Kommiliton:innen und Dozierenden lebt, besteht keine Anwesenheitspflicht. Falls Sie dennoch aus wichtigen Gründen an einer Veranstaltung nicht teilnehmen können, werden Ihnen die Kursunterlagen per Post zugesandt. Versäumte Inhalte können zudem auf Wunsch kostenfrei im Rahmen des nächsten Studienjahrgangs nachgehört werden. In besonderen Fällen, wie z. B. Krankheit, beruflich bedingte Auslandsaufenthalte, Schwangerschaft usw., besteht die Möglichkeit einer Beurlaubung. Sie können Ihr Studium dann im folgenden Studienjahr an der gleichen Stelle wieder aufnehmen.

Ablauf des Studiums

Der Studiengang ist speziell auf die Bedürfnisse von Berufstätigen zugeschnitten. Die Präsenzveranstaltungen finden in den ersten drei Semestern jeweils einmal im Monat i. d. R. donnerstags bis samstags statt. Dabei besteht keine Anwesenheitspflicht. Das vierte Semester ist für die Masterthesis vorgesehen (Umfang: 40-50 Seiten; Dauer: 4 Monate). Bei erfolgreichem Abschluss des Studiengangs wird den Teilnehmenden in einer feierlichen Abendveranstaltung im Schloss von Münster der akademische Hochschulgrad “Master of Laws” (LL.M.) verliehen.

Aufnahmeverfahren

Voraussetzung für die Zulassung zum Studiengang ist ein erfolgreich abgeschlossenes rechts- oder wirtschaftswissenschaftliches Hochschulstudium mit den Abschlüssen:

Staatsexamen oder Diplom-, Bachelor- oder Masterabschluss (unter den besten 50 % aller Absolventen) an einer Hochschule mit mindestens 240 ECTS-Punkten. Bis zu 60 ECTS-Punkte können aufgrund beruflicher Qualifikationsleistungen angerechnet werden.

Bewerberinnen und Bewerber mit einem wirtschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt sollten über rechtliche Grundkenntnisse verfügen.

Fazit

Seit mehr als fünfzehn Jahren bietet die JurGrad nun schon verschiedene Master-of-Laws-Programme an. Derzeit hat man die Auswahl zwischen acht Studiengängen. Studierende profitieren deshalb von der großen Erfahrung und dem variablen Angebot an der Schule.

Im „Wirtschaftsrecht“-Programm werden die Teilnehmenden von insgesamt 65 Dozenten unterrichtet, wobei nicht nur Universitätsprofessorinnen und -professoren aus der Theorie referieren, sondern auch beispielsweise Anwältinnen und Anwälte aus Steuerrechtskanzleien sehr tiefe Einblicke in die Berufspraxis geben können. Diese große Anzahl der Dozierenden und deren praktische wie theoretische Expertise kommen den Teilnehmenden zugute.

Mit einem kostenlosen Zusatzseminar können die Studierenden zudem die Grundlagen für den Titel „Fachanwalt/Fachanwältin für Handels- und Gesellschaftsrecht“ erwerben. Das ist auch insofern von Vorteil, als eine Fachanwaltschaft für eine hohe Beratungsqualität steht. Das kann potenzielle Mandantinnen und Mandanten von der Qualifikation des Absolventen des LL.M.-Studiengangs an der JurGrad überzeugen.

Für Ihre Übersicht zu diesem Studienangebot bietet die JurGrad diese Informationsbroschüre (PDF) und weitergehende Informationen zum Studiengang Wirtschaftsrecht.

Interview mit einem Teilnehmer des Studiengangs

  • Clemens Weber
    Begann den Master of Laws im September 2012

Warum haben Sie sich für den Master of Laws in Wirtschaftsrecht an der Universität Münster entschieden?

Ich arbeite bei der Commerzbank im Bereich Unternehmensrestrukturierung. Neben betriebswirtschaftlichen Fragen muss ich mich dabei immer auch mit vielen rechtlichen Themen beschäftigten. Als Betriebswirt suchte ich deshalb nach einer Möglichkeit, das juristische Know how für meinen Job zu vertiefen und auszubauen. Der Studiengang „Wirtschaftsrecht“ war dafür ideal geeignet. Denn inhaltlich beschäftigt er sich mit Gesellschafts- und Insolvenzrecht – also genau den Fragen, mit denen ich in meinem Job ständig konfrontiert bin. Auch der Aufbau des Studiengangs kam mir entgegen. Denn einmal im Monat donnerstags und freitags nach Münster zu kommen, konnte ich mit meiner Firma und meinem Vorgesetzten sehr gut abstimmen.

Wo arbeiten Sie heute?

Ich bin Senior Intensive Care Officer bei der Commerzbank. Gemeinsam mit Kundinnen und Kunden sowie Unternehmensberaterinnen und -beratern suchen wir nach Lösungen, wie man drohende Krisen in Unternehmen vermeiden und ausfallgefährdete Unternehmen sanieren kann.

Haben sich Ihre Erwartungen an Ihr Studium erfüllt? Gab es Überraschungen?

Ich hatte erwartet, das allgemeine juristische Wissen, das ich für meinen Job brauche, aufbauen – und das abgerundet mit dem Titel Master of Laws. Diese Erwartung hat sich voll erfüllt. Inhaltlich hätte ich mir sogar noch einen stärkeren Schwerpunkt auf Restrukturierung gewünscht, aber der Studiengang hat ja insgesamt einen etwas breiteren Fokus. Überrascht hat mich die hohe Praxisrelevanz der Themen. Man kann das Gelernte wirklich 1 zu 1 anwenden. Erstaunlich fand ich auch, wie dicht die Dozierenden an den Themen dran sind. Das gilt nicht nur für Lehrende, die in Kanzleien arbeiten und somit direkt aus der Praxis kommen, sondern auch für die Professor:innen selbst. Das hat mich positiv überrascht.

Wie würden Sie die Studierenden an der Hochschule beschreiben?

Wir sind eine bunte Mischung aus Jurist:innen und Ökonom:innen. Die Teilnehmenden kommen aus vollkommen unterschiedlichen Bereichen. Es gibt Banker:innen, Unternehmensberater:innen, Wirtschaftsprüfer:innen, Syndikusanwältinnen und -anwälte, Geschäftsführer:innen von Unternehmen, selbständige Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte und Versicherungsmitarbeitende. Jeder hat einen anderen Blickwinkel, wovon alle Studierenden profitierten.

Inwiefern kann Ihnen der Master für Ihre Karriere helfen?

Für mich ist er auf jeden Fall hilfreich, weil ich mein juristisches Wissen vertiefen kann. Ich bin fachlich versierter geworden und bewege mich jetzt schon in Verhandlungen deutlich sicherer, was die rechtlichen Themen betrifft. In Verbindung mit dem Master-Titel fördert dies dann wiederum die weitere berufliche Entwicklung.

Was sollten künftige Studierende über die Hochschule und Ihren Studiengang wissen?

Es muss einem klar sein, dass das Programm in der Freizeit stattfindet. Also sollte man sich seine Zeit so einteilen, dass auch die Familie damit einverstanden ist. Insgesamt bekommt man durch das Programm juristisches Know how im Bereich von Gesellschafts- und Restrukturierungsrecht auf akademischem Niveau. Der Studiengang ist durchdacht strukturiert, auch die Betreuung ist sehr gut. Man wird mit vielen qualitativ guten Unterlagen und Skripten versorgt und hat jederzeit die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Wie sehr vereinnahmt einen das Studium?

Es nimmt schon ordentlich Zeit in Anspruch. In den anderthalb Jahren muss man privat ein bisschen kürzer treten. Insofern muss definitiv die Bereitschaft da sein, Zeit zu investieren. Denn man sollte davon ausgehen, dass man etwas mehr als die gleiche Zeit, die man ohnehin in Münster ist, darüber hinaus noch mal für das Lernen zuhause braucht – gerade wenn man mit juristischen Themen vorher noch nicht so viel zu tun hatte. Das Programm fordert einen schon, aber wir reden auch von einem Master-Studiengang.

Welchen Personen würden Sie das Programm empfehlen?

Ich würde es Leuten empfehlen, die auf der Suche nach einer juristischen Spezialisierung sind. Aber auch Menschen, die Interesse haben, tiefer in so eine Materie einzudringen und sich auf akademischem Niveau damit auseinander zu setzen. Denn beispielsweise sind ein Kurzgutachten und die Masterarbeit zu verfassen. Wer sich darauf einlassen kann, ist in Münster sehr gut aufgehoben.

Interview mit einer Alumna des Studiengangs

  • Stephanie Wünnemann
    Sie hat den Masterstudiengang von September 2009 bis Mai 2011 absolviert

Warum haben Sie sich für den Master of Laws in Wirtschaftsrecht & Restrukturierung an der Universität Münster entschieden?

Im Wesentlichen waren es zwei Gründe, warum ich mich für das Programm entschieden habe: Zum einen hatte ich selbst an der Uni Münster Jura studiert und kannte daher das dortige Weiterbildungsprogramm. Zum anderen stellte der Master of Laws in Wirtschaftsrecht für mich ein gutes Angebot zur Spezialisierung dar.

Wo arbeiten Sie heute?

Ich bin Syndikusanwältin bei der Hengst SE & Co Kg. Das ist ein Familienunternehmen im Automotivesektor mit rund 3000 Mitarbeitern weltweit.

Haben sich Ihre Erwartungen an Ihr Studium erfüllt? Gab es Überraschungen?

Ich hatte erwartet, fachliche und praxisrelevante Kenntnisse in diesem Spezialgebiet zu erhalten. Das hat sich erfüllt. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass die BWL-Anteile noch ausgeprägter gewesen wären. Denn davon hätte ich in meinem Job profitieren können. Aber juristisch betrachtet hat mir der Studiengang alles gegeben, was ich brauchte. Auch war er sehr praxisorientiert, was ein normales Jurastudium überhaupt nicht ist.

Wie würden Sie die Studierenden an der Hochschule beschreiben?

Ein Großteil hatte einen juristischen Hintergrund. Es gab Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Referendarinnen und Referendare oder Unternehmensjurist:innen. Dazu kamen in unserem Jahrgang relativ wenige BWLer, die meist aus der Beratung kamen und sich erst in die juristischen Inhalte einarbeiten mussten.

Inwiefern kann Ihnen der Master für Ihre Karriere helfen?

Bei mir hat er definitiv schon geholfen. Vorher arbeitete ich in einer Wirtschaftskanzlei, heute in der Industrie. Beim Jobwechsel habe ich von meinem Master profitiert. Denn bei den meisten Arbeitgebern ist so ein Titel sehr interessant, weil man dadurch zeigt, dass man in den entsprechenden Themenbereichen sehr gut aufgestellt ist.

Inwiefern haben Sie noch Kontakt zu Kommiliton:innen, Dozierenden oder zur Alumni-Organisation?

Ich bin Mitglied des Vereins Alumni Wirtschaftsrecht e.V., den wir damals nach unserem Abschluss gegründet haben. Mindestens einmal im Jahr wird ein Treffen organisiert, das sowohl fachliche als auch „gesellige“ Inhalte bietet. Viel Kontakt habe ich noch zu meinen ehemaligen Kommiliton:innen, da man sich an den Wochenenden in Münster doch sehr gut kennen gelernt hat.

Was sollten künftige Studierende über die Hochschule und Ihren Studiengang wissen?

Der Studiengang ist sehr auf das Arbeitsleben von Berufstätigen abgestimmt, indem an möglichst wenigen Terminen sehr viel Stoff behandelt wird und die Klausuren nicht an Extra-Terminen stattfinden. Man reist etwa alle vier Wochen an, was man mit dem entsprechenden Vorlauf gut im Arbeitsalltag unterbringen kann. Ansonsten muss man nicht viel selbst organisieren. Mir hat gefallen, dass man die Teilnehmenden gut kennen lernen und sich ein Netzwerk aufbauen kann. Auch die Dozentinnen und Dozenten waren toll, weil viele aus der Berufspraxis kamen, wovon man sehr profitieren konnte, weil man das gelernte Wissen sofort praktisch anwenden konnte.

Wie sehr vereinnahmt einen das Studium?

Es vereinnahmt schon sehr. Vor allem für die Prüfungsvorbereitung investiert man sehr viel Freizeit. Natürlich hilft es sehr, wenn man das Modul besucht hat. Aber das entbindet einen nicht von dem Eigenaufwand, den man zuhause mit dem Lernen hat. Mindestens zwei ganze Wochenenden waren vor den Klausuren zum Lernen geblockt.

Welchen Personen würden Sie das Programm empfehlen?

Auf jeden Fall Juristinnen und Juristen, die in Unternehmen arbeiten und in vielen Bereichen des Wirtschafts-, Steuer- und Insolvenzrechts einen Überblick haben müssen. Durch den Studiengang können sie dieses Spezialwissen bekommen. Das Programm ist aber auch für BWLer, die in ihrem Job mit juristischen Inhalten konfrontiert sind, interessant.

Interview mit einem Vertreter der Hochschule

  • Joachim Englisch
    Studiengangsleiter des LL.M. in Wirtschaftsrecht 

Was ist das Besondere am LL.M.-Studiengang Wirtschaftsrecht an der Universität Münster?

Erstens bieten wir den Teilnehmenden einen akademischen Studiengang mit einer praxisorientierten Ausrichtung. Zweitens sind unsere Dozierenden renommierte Expertinnen und Experten auf ihrem Gebiet: Hochschullehrende, Richter:innen von Ober- und Bundesgerichten oder anerkannte Berater:innen. Drittens vernetzen wir mehrere Rechtsgebiete. Denn normalerweise werden in Studiengängen Teilaspekte wie Gesellschafts- und Insolvenzrecht isoliert betrachtet, in der Praxis greifen sie aber ineinander.

Für wen ist der Studiengang genau das Richtige?

Der Studiengang richtet sich an Jurist:innen und Ökonom:innen. Unsere Teilnehmenden sind meist Berufseinsteigende, die sich im Bereich Wirtschafts- oder Insolvenzrecht oder in einem Schnittstellenbereich zwischen beiden Themenfeldern weiterentwickeln wollen. Aber auch Teilnehmende mit fortgeschrittener Berufserfahrung können ihre Expertise in diesem Bereich vertiefen.

Was unterscheidet den LL.M. in Wirtschaftsrecht & Restrukturierung von ähnlichen Studiengängen an anderen Instituten in Deutschland oder Europa?

Inhaltlich haben wir ein Alleinstellungsmerkmal, weil wir eine umfassende Kombination aus in der Praxis ineinander greifenden Rechtsbereichen anbieten: Gesellschaftsrecht, Wirtschaftsrecht, Insolvenzrecht, Steuerrecht. Eine solche Kombination findet man auf dem LL.M.-Markt sonst nicht.

Zudem bieten wir einen guten Mix der Dozierenden aus Hochschullehrenden und Berufspraktikerinnen und -praktikern. Hinzu kommt, dass wir unseren Studiengang interdisziplinär ausgerichtet haben: Beispielsweise fließen in den Bereichen Unternehmenskauf oder internationale Rechnungslegung durchaus betriebswirtschaftliche Themen ein. Überhaupt haben die wirtschaftswissenschaftliche und die juristische Fakultät das Programm gemeinsam eingerichtet. Es handelt sich also um einen LL.M.-Studiengang, der von den Ökonom:innen mitgetragen wird. So werden der betriebswirtschaftliche Bezug und die Praxisnähe auch in diesem Bereich gesichert.

Mit welchen Hochschulen konkurrieren sie denn?

So wie unser Studiengang konzipiert ist, findet man kein anderes Programm in Deutschland. Insgesamt gibt es auch wenig Konkurrenz, die Studiengänge im Bereich Restrukturierung anbieten. Am ehesten noch die Universität Heidelberg.

Warum sollen sich die Studierenden trotz der Konkurrenz ausgerechnet für den LL.M. Wirtschaftsrecht & Restrukturierung entscheiden?

Letztendlich soll der Studiengang ja ein Karrierebaustein sein. Bei uns profitieren die Studierenden vom exzellenten Ruf der Universität Münster. Wir sind regelmäßig in den deutschlandweiten Rankings auf den vordersten Plätzen zu finden.

Es ist auch nicht zu unterschätzen, dass wir sehr renommierte Dozierende haben, die dann auch die Masterarbeit betreuen. Teilnehmende können darauf verweisen, bei ihnen ihre Abschlussarbeit geschrieben zu haben. Ein weiterer Punkt, der für uns spricht, ist die sehr professionelle Organisation des Studiengangs durch die JurGrad gGmbH. Sie ist knapp zwanzig Jahre am Markt tätig. Auf einen dementsprechend reichhaltigen Erfahrungsschatz kann sie bei der Organisation von LL.M.-Studiengängen zurückgreifen.

Ein letzter Aspekt ist noch wichtig: Mit unseren Inhalten bieten wir unseren Teilnehmenden die theoretischen Voraussetzungen, den Titel "Fachanwalt/Fachanwältin für Handels- und Gesellschaftsrecht" zu machen.

Was erwarten Sie für die Zukunft des Studiengangs?

Wir wollen in den nächsten fünf Jahren verstärkt E-Learning-Elemente einbauen, um den Teilnehmenden noch mehr Flexibilität zu ermöglichen. Wenn sie beispielsweise beruflich stark eingespannt sind, könnten sie sich einen gewissen Teil der Kurse von ihrem Heimatort per Livestream oder zeitversetzt ansehen. Wir werden in Zukunft auch noch mehr auf Querschnittsthemen setzen, indem wir die Inhalte noch stärker miteinander vernetzen. Drittens wollen wir den Alumniverein ausbauen, damit sich der Netzwerkgedanke noch stärker ausbreiten kann.

Bezeichnung des Abschlusses

Master of Laws (LL.M.)

Regelstudienzeit in Monaten

Drei Semester plus vier Monate für die Masterarbeit

Vollzeit, Teilzeit oder beides möglich?

Berufsbegleitend. Einmal im Monat kommen die Studierenden (optional) von donnerstags bis samstags an den Kettelerschen Hof in Münster. Hinzu kommt eine Einführungswoche zu Studienbeginn.

Kosten des Studiums

12.900 Euro, die in drei Raten zu je 4.300 Euro zu zahlen sind. Wer sich bis zum 1. Juli anmeldet, profitiert von unserem Frühbuchertarif: Dann kostet das Studium nur 11.700 Euro (in drei Raten von je 3.900 Euro).

Formale Zulassungsvoraussetzungen für den Studiengang

Voraussetzung für die Zulassung zum Studiengang ist ein erfolgreich abgeschlossenes rechts- oder wirtschaftswissenschaftliches Hochschulstudium mit den Abschlüssen: 
Staatsexamen oder Diplom-, Bachelor- oder Masterabschluss (unter den besten 50 % aller Absolvent:innen) an einer Hochschule mit mindestens 240 ECTS-Punkten.
Bis zu 60 ECTS-Punkte können aufgrund beruflicher Qualifikationsleistungen angerechnet werden.

Welche Sprachen muss ein Bewerber:innen können?

Deutsch

Akkreditierung

Agentur für Qualitätssicherung durch Akkreditierung von Studiengängen (AQAS)

Lassen Sie sich beraten:
SZ Bildung - JurGrad - Westfälische Wilhelms-Universität Münster - Nina 143x150
Nina Israel
Rechtsanwältin

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    By | September 28th, 2016|Kommentare deaktiviert für LL.M. Wirtschaftsrecht
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