Informationen zum Studium LL.M. Business Law GGS

LL.M.-Studiengang „Business Law“ an der German Graduate School of Management and Law (GGS) in Heilbronn

Der LL.M.-Studiengang „Business Law“ ist insbesondere für Nicht-Juristen interessant, die in ihrem Arbeitsalltag immer wieder mit juristischen Fragestellungen und Problemen konfrontiert sind und sich auf diesem Gebiet weiterbilden wollen.

Aufnahmeverfahren

Das Studium beginnt im Oktober eines jeden Jahres. Die Bewerbung kann fortlaufend eingereicht werden. Da jedoch pro Startklasse nur 25 Teilnehmer zugelassen werden, empfiehlt es sich, seine Dokumente früh einzureichen.

Ablauf des Bewerbungsverfahrens

Bei der Bewerbung sind folgende Dokumente einzureichen:

  • ausgefüllter Bewerbungsbogen
  • Motivationsschreiben auf Deutsch (ca. 2 Seiten)
  • Lebenslauf mit aktuellem Foto
  • Kopien der Hochschulzugangsberechtigung, Hochschulzeugnisse und der Notenübersicht
  • Sprachnachweis (z.B. TOEFL-Test 87-109 Punkte)
  • Nachweis über ein bestehendes Arbeitsverhältnis

Die Bewerbung können auf dem Postweg an die GGS geschickt werden:

German Graduate School of Management and Law gGmbH
z.Hd. Simone Feger
Bildungscampus 2
74076 Heilbronn

Eine andere Möglichkeit ist die Onlinebewerbung unter diesem Link.

Nachdem die GGS die Unterlagen geprüft hat, lädt sie die Bewerber zu einem eintägigen Auswahltag nach Heilbronn ein. Dort finden Einzel- und Gruppenübungen sowie ein persönliches Interview statt. Dieser Admissions Day entscheidet über die Zulassung zum Studium. Zudem erhält der Bewerber ein persönliches Feedback über seine erbrachten Leistungen.

Aufbau und Ablauf des Studiums

Das LL.M.-Studium besteht aus zwölf Modulen. Als zwölftes und letztes Modul wählen die Studierenden eines von insgesamt drei Wahlfächern. Im Anschluss schreiben sie die Master Thesis. Die Module finden an den Wochenenden – von Freitagnachmittag bis Sonntag – statt, im Abstand von drei Wochen. Hinzu kommen noch drei Studienwochen, die über die vier Semester verteilt sind. Die Inhalte werden zum Ende eines jeden Moduls mit Hausarbeiten oder Klausuren geprüft.

Die Module des LL.M. in Business Law

Modul 1: Grundlagen, Juristisches Denken und Rechtsmethodik

Grundlagen des Rechts

  • Funktionen des Rechts
  • Rechtshistorische und rechtsphilosophische Grundlagen
  • Aufbau und Struktur des Rechtssystems
  • Grundfragen von Staatsorganisation und Verfassungsrecht
  • Rechtsschutzsystem

Juristisches Denken und Rechtsmethodik

  • Rechtsquellenlehre
  • Juristische Methodenlehre
  • Juristische Argumentation und Arbeitstechnik
  • Einführung in die juristische Recherche

Modul 2: Bürgerliches Recht

Einführung

  • Aufbau und Struktur des BGB
  • Terminologie des Bürgerlichen Rechts
  • Zivilrechtliche Grundprinzipien
  • Anspruchsaufbau und Anspruchssystematik

BGB-Allgemeiner Teil

  • Grundlagen des Vertragsrechts
  • Abschluss und Beendigung von Verträgen
  • Durchsetzbarkeit von Ansprüchen und Verjährungsrecht

Schuldrecht – Allgemeiner Teil

  • Entstehung und Beendigung von Schuldverhältnissen
  • Pflichtverletzungen und Haftung im Schuldverhältnis
  • Allgemeine Geschäftsbedingungen

Besonderer Teil

  • Überblick relevanter Vertragstypen
  • Gesetzliche Schuldverhältnisse
  • Grundzüge der ungerechtfertigten Bereicherung Deliktsrecht und Produkthaftungsrecht

Sachenrecht

  • Grundprinzipien des Sachenrechts
  • Grundzüge des Eigentumsschutzes
  • Sicherungsrechte an Mobilien und Immobilien

Modul 3: Handelsrecht und Gesellschaftsrecht

Handelsrecht

  • Der Kaufmann und seine Hilfspersonen
  • Handels- und Unternehmensregister
  • Firma und Firmenschutz
  • Handelskauf
  • Transportrecht
  • Internationales Handelsrecht

Gesellschaftsrecht

  • Überblick über Gesellschafts- und Verbandsformen
  • Personenhandelsgesellschaften
  • Besonderheiten von juristischen Personen
  • Umwandlungsrecht
  • Corporate Governance und Compliance
  • Europäisches Gesellschaftsrecht

Modul 4: Gewerblicher Rechtsschutz, Urheberrecht, Wettbewerbs- und Kartellrecht

Gewerblicher Rechtsschutz

  • Patentrecht
  • Gebrauchs- und Geschmacksmusterrecht
  • Marken und Kennzeichenrechte
  • Internationale Aspekte

Urheberrecht

  • Gegenstand und Funktion
  • Internationale Aspekte

Recht des unlauteren Wettbewerbs

Deutsches und Europäisches Kartellrecht

Modul 5: Europarecht, IPR und Zivilprozessrecht

Europarecht

  • Organe und Institutionen der EU
  • Rechtssetzung und Rechtsschutz in der EU
  • Grundfreiheiten im Binnenmarkt

Internationales Privatrecht

Zivilprozessrecht und grenzüberschreitende Rechtsdurchsetzung

Modul 6: Angloamerikanisches Recht

US-Law

  • Sources of Law
  • Organization of Courts
  • The Law of Contracts
  • The Law of Torts
  • The Law of Business Associations

English Law

  • Sources of Law
  • Organization of Courts
  • The Law of Contracts
  • The Law of Torts
  • The Law of Business Associations

Modul 7: Öffentliches Wirtschaftsrecht und Steuerrecht

Öffentliches Wirtschaftsrecht

  • Wirtschaftsverfassungsrecht
  • Wirtschaftsverwaltungsrecht
  • Rechtsschutzsystem
  • Subventionsrecht
  • Public Private Partnerships (PPP)

Steuerrecht

  • Rechtsformwahl und Besteuerung
  • Einkommenssteuerrecht
  • Körperschaftsteuerrecht
  • Umsatzsteuerrecht
  • Gewerbesteuerrecht
  • Internationales Steuerrecht

Modul 8: Vertragsgestaltung, Vertragsmanagement, Verhandlungsführung und Konfliktmanagement

Vertragsgestaltung und Vertragsmanagement

  • Methodik der Vertragsgestaltung
  • Grundtypen von Verträgen
  • Gestaltung internationaler Verträge
  • Vertragsmanagement und Vertragscontrolling

Verhandlungsführung und Konfliktmanagement

  • Modelle der Verhandlungsführung
  • Konflikttheoretische und psychologische Aspekte
  • Alternative Konfliktlösungsmechanismen und Mediation

Modul 9: Rechtsmanagement, Compliance und Wirtschaftsstrafrecht

Rechtsmanagement als Aufgabe der Unternehmensleitung

  • Stellung, Aufgaben und Organisation des Rechtsmanagements
  • Qualitäts- und Wissensmanagement
  • Rechtsmanagement im internationalen Kontext

Compliance und Compliance Management

  • Rechtsgrundlagen der Compliance
  • Aufbau eines Compliance-Managementsystems
  • Compliance Beauftragte – Aufgaben und Pflichten

Wirtschaftsstrafrecht

Modul 10: Arbeitsrecht und Personalmanagement

Individualarbeitsrecht

  • Begründung und Beendigung von Arbeitsverhältnissen
  • Rechte und Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis
  • Arbeitnehmerhaftung
  • Betriebsübergang nach § 613a BGB

Kollektives Arbeitsrecht

  • Koalitions- und Tarifvertragsrecht
  • Arbeitskampfrecht
  • Betriebsverfassungsrecht

Personalmanagement

Modul 11: Unternehmensrestrukturierung und Insolvenzrecht

  • Restrukturierung im Vorfeld der Insolvenz
  • Grundlagen des Insolvenzrechts
  • Ablauf von Insolvenzverfahren

Wahlmodule

  • Unternehmenstransaktionen und Strategisches Management
  • Recht der Unternehmensfinanzierung
  • Corporate Social Responsibility (CSR)

Master-Thesis

Zum Abschluss des LL.M.-Programms erarbeiten die Studenten eigenständig eine unternehmensrelevante Master-Thesis aus dem eigenen Unternehmensumfeld.

German Graduate School of Management and Law

Die German Graduate School of Management and Law gGmbH wurde 2005 gegründet, damals hieß sie „heilbronn business school“ und führte noch Masterstudiengänge für Partnerhochschulen durch. Seit 2009 operiert sie unter dem Namen „German Business School of Management and Law, Heilbronn“ und konnte in diesem Jahr auch die ersten „eigenen“ Absolventen verabschieden.
Träger der GGS ist die Dieter Schwarz Stiftung gGmbH Neckarsulm, die 1999 gegründet wurde. Die Stiftung ist im Bereich Bildungsförderung tätig und finanziert sich durch Ausschüttungen der Unternehmen Lidl Stiftung GmbH & Co. KG sowie Kaufland Stiftung GmbH & Co. KG. Neben der GGS gibt es eine weitere Tochtergesellschaft, die Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn Franken gGmbH.

Die GGS wurde 2006 durch den Wissenschaftsrat institutionell akkreditiert und ist seit diesem Jahr auch eine staatlich anerkannte Fachhochschule des Landes Baden-Württemberg. In 2013 wurde die GGS vom Wissenschaftsrat reakkreditiert. Das LL.M.-Programm „Business Law“ wurde 2006 gegründet. 28 Dozenten sind in den Lehrplan eingebunden.

Fazit

Der LL.M.-Studiengang „Business Law“ der German Graduate School in Heilbronn vermittelt einen umfassenden Überblick über die relevanten Rechtsgebiete. Er richtet sich in erster Linie an Nicht-Juristen, die jedoch zunehmend mit rechtlichen Herausforderungen konfrontiert sind. Auch für jüngere Bewerber mit einem Bachelorabschluss ist das Angebot interessant, da nur ein Jahr Berufserfahrung verlangt wird.

Die GGS bietet ausschließlich berufsbegleitende Studiengänge an und ist – laut eigener Aussage – Spezialist auf diesem Feld. Aus diesem Grund macht die Hochschule ihren Studierenden auch zu Themen wie Work-Life-Balance viele Serviceangebote, zum Beispiel im Bereich Sport. Zudem werden regelmäßig Studienreisen (z.B. in die BRIC-Staaten) organisiert und es gibt das „General Context Programme“, das zusätzliche Veranstaltungen zum Thema Führungskompetenz anbietet. Allerdings werden Interessenten, die ein LL.M.-Vollprogramm suchen, an der GGS nicht fündig.

Ein weiterer Pluspunkt ist die enge Betreuung der Studierenden durch die Hochschule. Zudem gibt es die Möglichkeit, ein Stipendium zu beantragen, das 50 Prozent der Kosten deckt.
Durch die berufsbegleitende Studienform fehlt allerdings die Möglichkeit, einen längeren Zeitraum im Ausland zu verbringen.

Weitere Informationen und individuelle Beratung bieten wir Ihnen auch an unseren regelmäßigen Infotagen. Sie finde in unserer aktuellen Terminübersicht die nächste Orientierungsmöglichkeit.

Gespräch mit Ralf D. Kahl, Absolvent des LL.M.-Studiengangs Business Law an der German Graduate School (GGS), 2012-2014

Wo arbeiten Sie heute und wie sah Ihre Ausbildung vor dem LL.M. aus.?

Ich bin studierter Diplom-Kaufmann, außerdem habe ich ein Trainee-Programm mit finanzwirtschaftlichen Schwerpunkten rund um die Bereiche der Unternehmensfinanzierung absolviert. Vor der GGS habe ich in den Bereichen Unternehmenskundenberatung, Risikomanagement sowie der Strukturierung von Unternehmensfinanzierungen gearbeitet. Heute bin ich als Risikomanager mit Prokura für eines der größten Finanzinstitute im Südwesten Deutschlands tätig.

Warum haben Sie sich für den LL.M.-Studiengang entschieden?

Mich haben vor allem zwei Aspekte bewegt. Erstens hatte ich schon in meinem Erststudium rechtliche Grundlagen kennengelernt, wenn auch in der Theorie. Die Themen haben mir schon damals viel Freude bereitet, zudem habe ich mich im Beruf auch immer wieder damit auseinander gesetzt. Je verantwortungsvoller und komplexer die Aufgaben wurden, desto häufiger tauchten diese Fragestellungen auf. In der Praxis sind betriebswirtschaftliche Aspekte oft mit rechtlichen verknüpft. Ich habe festgestellt, dass sich gute Lösungen besonders dann finden ließen, wenn man eine Brücke zwischen Jura und BWL schlägt und das Know-how aus beiden Fachgebieten kombiniert. Ein MBA wäre natürlich auch eine Option gewesen, aber die Ausbildung zum Wirtschaftsjuristen war deshalb einfach die logische Konsequenz. Zweitens begeisterte mich die Herausforderung nach mehreren Berufsjahren wieder etwas völlig Neues zu entdecken und mich persönlich weiter zu entwickeln.

Weshalb haben Sie sich gerade für die GGS entschieden?

Ich habe eine Hochschule gesucht, die eine 360-Grad-Ausbildung neben dem Beruf und an den Wochenenden anbietet: eine akademische Ausbildung auf hohem Niveau mit den entsprechenden Leistungsanforderungen sowie eine individuelle Betreuung und Raum für die persönliche Weiterentwicklung. All das habe ich an der GGS vorgefunden, das war eine einfach runde Sache. Bereits am Admission Day habe ich gemerkt, dass ich zu dieser Hochschule passte.

Was hat Sie besonders überzeugt?

Sowohl die Professoren und Mitarbeiter als auch die strukturierten und gezielt an der beruflichen Praxis ausgerichteten Studieninhalte haben mich überzeugt. Außerdem fand ich die persönlichen Weiterentwicklungsmöglichkeiten sehr ansprechend, zum Beispiel die General Context Programme oder die Studienreise. Besonders beeindruckt hat mich die entgegengebrachte persönliche Wertschätzung sowohl durch die Betreuung an der Hochschule als auch untereinander in der Studentenschaft und im Rahmen der gemeinsamen Zeit mit den Kommilitonen.

Wie war die Atmosphäre unter den Studierenden?

Dadurch, dass wir alle aus unterschiedlichsten Berufen und mit unterschiedlichen Vorerfahrungen zusammenkamen, brachte jeder spannende und individuelle Erfahrungen mit in die Kurse ein. Bei unseren Diskussionen hatten wir das ein oder andere Aha-Erlebnis. Dadurch, dass jeder etwas beitragen kann, bekommt das Studium einen echten Mehrwert. So ließen sich diese intensiven zwei Jahre erst wirklich gut bewältigen. Ich habe immer noch einen guten, persönlichen Kontakt zu meinen Kommilitonen – auch nach Abschluss des Studiums.

Wie viel Zeit haben Sie für das Studium aufgewendet?

Neben den Präsenzzeiten an den Wochenenden und die drei über vier Semester verteilten Studienwochen kam noch die Master-Thesis hinzu, für die ich vier Monate Zeit hatte. Darüber hinaus schwankte der Zeitaufwand, je nachdem wie gefordert ich im Beruf war. Letztlich habe ich im Rückblick mit konsequenter Priorisierung und vernünftiger Organisation unter der Woche bzw. an den vorlesungsfreien Wochenenden immer Zeit gefunden, um die Studienanforderungen abzudecken. Allerdings muss man sagen, dass es durchaus eine anspruchsvolle Zeit war. Man wendet einen Großteil seiner Freizeit für den LL.M. auf. Allerdings hatte ich das im Vorfeld mit meiner Familie und Freunden besprochen und konnte mir deren Unterstützung sicher sein.

Hat Ihnen der LL.M. bei Ihrer Karriere geholfen?

Ich wollte mit dem LL.M. nicht den nächsten Schritt auf der Karriereleiter erreichen, zumindest nicht primär. Allerdings haben sich meine beruflichen Perspektiven und Aufgaben durch das Studium deutlich erweitert. Inzwischen darf ich im Konzern auch vielfältige bereichs- und konzernübergreifende Projektaufgaben zum Beispiel als Bereichskoordinator oder Teilprojektleiter mit nochmals deutlich mehr Verantwortung wahrnehmen. Zudem kann ich als Wirtschaftsjurist oft Brücken zwischen den verschiedenen Disziplinen schlagen.

Welches Modul hat Ihnen besonders gut gefallen?

Mir hat besonders gefallen, dass die Module an der GGS, gut aufeinander abgestimmt und praxisorientiert aufgebaut waren. Das ist bei Jura und BWL besonders wichtig. Dadurch entwickelte sich mit zunehmendem Wissensstand ein roter Faden sowohl durch das deutsche als auch das anglo-amerikanische Rechtssystem, wodurch gezielt ein ganzheitliches Rechtsverständnis aufgebaut wurde. Insofern denke ich, dass insbesondere die Module zum Bürgerlichen Recht, dem Handels- und Gesellschaftsrecht ebenso wie Compliance ein wichtiges Fundament bildeten, durch das die anderen Module gerade erst Ihren Mehrwert entfalten konnten.

Wem würden Sie das Studium empfehlen?

Jedem, der sich wissenschaftlich fundiert und praxisorientiert mit wirtschaftsrechtlichen Fragestellungen auseinandersetzen will. Das intrinsische Interesse ist besonders wichtig. Wer nur wegen des Titels studieren will, ist an der GGS falsch. Außerdem sollten wirtschaftsrechtliche Themen zu dem eigenen Berufsprofil passen. Schließlich geht es darum, Probleme im Unternehmen aus rechtlicher und betriebswirtschaftlicher Perspektive einschätzen und qualifiziert lösen zu können.

Gespräch mit Prof. Dr. Martin Schulz, Professor für deutsches und internationales Privat- und Unternehmensrecht sowie Akademischer Direktor des LL.M.-Studiengangs Business Law an der German Graduate School (GGS)

An welche Zielgruppe richtet sich Ihr Angebot?

Unsere Kernzielgruppe sind Nicht-Juristen. Es kommen aber auch Wirtschaftsjuristen zu uns, die sich zusätzliche Kenntnisse und Kompetenzen aneignen wollen. Wir bilden keine Ersatzjuristen aus, wir wollen Führungskräfte für rechtliche Fragestellungen sensibilisieren und sie befähigen mit Juristen auf Augenhöhe zu kommunizieren.

Warum bietet die GGS – neben dem klassischen MBA – auch einen LL.M. an?

Unsere Leitidee an der GGS war von Beginn an, Führungskräften das anzubieten, was sie für ihre Aufgaben benötigen. Dazu gehört, neben klassischen Managementthemen, auch der Bereich Wirtschaftsrecht. Wie das Schlagwort „Compliance“ zeigt, werden Rechtskenntnisse für Führungskräfte immer wichtiger. Deshalb hat die GGS diesen LL.M. entwickelt, parallel zu dem MBA.

Können Sie konkret beschreiben, warum es in diesem Bereich Bedarf gibt?

Juristische Fragestellungen werden durch die Globalisierung immer relevanter, die Regelungen und Vorschriften auf europäischer und internationaler Ebene nehmen zu. Außerdem sind deutsche Unternehmen exportorientiert, sie müssen sich mit grenzüberschreitenden Vertragsbeziehungen und ausländischen Gesetzen auseinander setzen. Es gibt an jeder Stelle eines Unternehmens spannende, aber auch risikoreiche rechtliche Fragen. Die Führungskräfte sollten sich daher frühzeitig um eine wirksame Steuerung von rechtlichen Chancen und Risiken kümmern und präventiv handeln. Das hierfür erforderliche Rüstzeug zu kennen, ist das Ziel dieses Studienganges.

Können Sie das anhand Ihres Curriculums erläutern?

Wir starten mit den juristischen Grundlagen und der rechtlichen Methodik: Wie arbeiten und denken Juristen, welche Terminologie nutzen sie, wie erschließen sie sich Rechtsregeln und wenden sie an? Außerdem vermitteln wir unseren Studierenden einen ganzheitlichen Überblick, indem wir uns mit historischen und vergleichenden Rechtsthemen befassen. Danach folgen alle relevanten Rechtsgebiete: das Bürgerliche Recht, auf dem viele Wirtschaftsbeziehungen basieren, sowie das Handels- und Gesellschaftsrecht, bei dem wir die rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten für Unternehmen ausloten. Zum Beispiel welche Unternehmensformen welche Vorteile bieten. Besonders wichtig ist auch der gewerbliche Rechtsschutz: Wie schütze ich Innovationen und Ideen des Unternehmens? Eng damit verknüpft, ist das Wettbewerbs- und Kartellrecht und dessen Schranken.

Dann folgen die internationalen Module: Europarecht, Internationales Privatrecht und Zivilprozessrecht. Wir analysieren, welche Akteure es gibt, wie die EU funktioniert oder wie man Forderungen im Ausland durchsetzt. Danach behandeln wir das Öffentliche Wirtschaftsrecht und Steuerrecht. Schließlich zeigen wir in den Modulen Vertragsgestaltung bzw. Rechts- und Compliance Management viele Gestaltungsmöglichkeiten für die Rechtspraxis auf. Damit verdeutlichen wir, dass Recht nicht nur vor Risiken schützt, sondern auch Chancen für das Unternehmen eröffnen kann.

Schauen Sie sich auch andere Rechtssysteme an?

Es gibt das Modul Anglo-American Law, das auf Englisch stattfindet. Denn besonders im Wirtschaftsrecht finden wir viele Übernahmen aus diesem Rechtssystem. Im letzten Drittel des Studiums arbeiten die Studierenden gemeinsam an praktischen Fällen und Verträgen. So lernen sie beispielsweise, was man bei der Vertragsanbahnung beachten muss. Außerdem bieten wir auf Wunsch der Studierenden noch zusätzliche Wahlmodule an.

Worauf achten Sie bei der Bewerbung?

Wenn die Interessenten die formalen Voraussetzungen erfüllen, laden wir sie zu unserem Admission Day ein. Obwohl wir natürlich Übungen und Tests durchführen, ist es kein gewöhnliches Assessment-Center. Uns kommt es eher darauf an, zu erkennen, wie die Interessenten als Lerngruppe funktionieren: spielen sie sich die Bälle zu, gehen sie aufeinander ein? Wir prüfen zudem, wie motiviert die Bewerber sind und was sie mit dem LL.M. erreichen wollen. Denn wer sich auf das Studium einlässt, muss wissen, dass auch ziemliche Anstrengungen dafür nötig sind. Zudem muss man sich auch auf die Unterstützung des privaten Umfelds verlassen können.

Wir würden Sie Ihre Teilnehmer beschreiben?

Wie gesagt, sie sind sehr motiviert und engagiert. Gleichzeitig haben sie sich gut über unser Studium informiert und wissen, worauf sie sich einlassen. Außerdem sind sie sehr offen. Ein wichtiger Teil des LL.M.-Studiums ist schließlich, dass die Studierenden andere Blickwinkel und andere Berufserfahrungen kennenlernen.

Wenn sich ein Kommunikationswissenschaftler mit einem Ingenieur austauscht, ist das für alle sehr interessant. Deshalb ist es uns wichtig, dass die Lerngruppe unterschiedlich zusammengesetzt ist. Wir haben Volkswirte, Betriebswirte, Ingenieure, Informatiker sowie Führungskräfte aus dem Gesundheitswesen, der Steuer- und Finanzverwaltung sowie der Bank- und Versicherungswirtschaft.

Welche Angebote erwarten die Studierenden noch?

Wir organisieren Gesprächsreihen, Seminar- und Vortragsangebote sowie eine Studienreise ins Ausland, die sehr beliebt ist. Auch unser Alumni-Verein ist sehr aktiv und bietet von Business Yoga, über Seminare bis hin zu Personal Trainings Aktivitäten an. Außerdem können unsere Studierenden vielfältige Sportangebote nutzen und als Teil der GGS Masters-Mannschaft an Wettkämpfen teilnehmen.

Genaue Bezeichnung des Studiengangs

Master-Studiengang „Business Law“

Genaue Bezeichnung des Abschlusses

Master of Laws (LL.M.)

Dauer des Studiengangs

24 Monate inklusive Master Thesis

Vollzeit, Teilzeit oder ist beides möglich?

Nur berufsbegleitend möglich

Partner-Institute und Unternehmen

Die GGS unterhält Kooperationen in Lehre und Forschung mit anderen Hochschulen, u. a. mit der University of Leeds Business School, der University of York Management School, der Stockholm University School of Business, den Universitäten Mannheim, St. Gallen, Mainz, der TU München, Frankfurt und Bamberg. Zudem werden Exkursionen an die Stanford University, die San Francisco University und die University of Leeds angeboten.

Kosten des Studiums

Die GGS gibt 20.000 Euro Gesamtkosten für das LL.M.-Programm an – allerdings gibt es die Möglichkeit, ein Stipendium der Dieter Schwarz Stiftung zu erhalten, die auch Träger der GGS ist. 
Bei einer erfolgreichen Bewerbung stellt die GGS den Stipendiumsantrag und vergibt derzeit für jeden Stipendiaten eine Förderung in Höhe von 50 Prozent.
Die Studierenden zahlen somit nur 10.000 Euro an Studiengebühren (2.500 Euro pro Semester). Für die Kosten für Anfahrt und Unterkunft während der Modulveranstaltungen müssen die Teilnehmer selbst aufkommen.

Formale Voraussetzungen

Die GGS erwartet:

  • einen ersten Hochschulabschluss (mindestens Bachelor)
  • mindestens 1 Jahr qualifizierte Berufserfahrung
  • 210 ECTS-Punkte, in Ausnahmefällen 180 ECTS-Punkte
  • Festanstellung in einem Unternehmen oder substanzielle Selbstständigkeit über die gesamte Studiendauer

Welche Sprachen muss ein Bewerber können?

Die Teilnehmer müssen englische Sprachkenntnisse nachweisen können (Niveau B2, Europäischer Referenzrahmen), da einige Module auf Englisch unterrichtet werden. Für ausländische Studienbewerber gilt: deutsche Sprachkompetenz mindestens auf dem Niveau TestDaF 4.

Akkreditierung

Der LL.M.-Studiengang der GGS ist durch die FIBAA(Foundation for International Business Administration Accreditation) programmakkreditiert. Im Gegensatz zur Systemakkreditierung wird dabei ein einzelner Studiengang geprüft. Die aktuelle Akkreditierung ist bis zum Ende des Sommersemesters 2019 gültig.

Auszug aus der FIBAA-Bewertung im Wortlaut (Stand 2012):

„Der Studiengang ist ein weiterbildender Master-Studiengang. Er entspricht mit vier Ausnahmen den Strukturvorgaben der Kultusministerkonferenz (KMK), mit drei Ausnahmen den Anforderungen des Akkreditierungsrates sowie den Anforderungen des nationalen Qualifikationsrahmens in der zum Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung geltenden Fassung. Er ist modular gegliedert, mit ECTS-Punkten versehen, hat ein „anwendungsorientiertes“ Profil und schließt mit dem akademischen Grad „Master of Laws“ (LL.M.) ab. Der Grad wird von der Hochschule verliehen.

Handlungsbedarf sehen die Gutachter in der Präzisierung und transparenten Dokumentation der Zulassungsvoraussetzungen, der Ergänzung der Modulbeschreibungen, der vollständigen Umsetzung der Lissabon-Konvention sowie der Definition der mündlichen Modulprüfungsleistungen und der Einbeziehung von Überprüfungen zur workload und von Absolventenbefragungen in das Evaluationssystem der Hochschule. Die Gutachter sind der Ansicht, dass die aufgezeigten Mängel innerhalb von neun Monaten behebbar sind, weshalb sie eine Akkreditierung unter Auflagen empfehlen (vgl. Abs. 3.1.2 der Regeln des Akkreditierungsrates für die Akkreditierung von Studiengängen und für die Systemakkreditierung i.d.F. vom 10. Dezember 2010).“

Das vollständige FIBAA-Gutachten ist hier abrufbar.

Wie viele Professoren, Mitarbeiter und Studierende gibt es?

Momentan gibt es 300 Studierende an der GGS, den LL.M.-Studiengang „Business Law“ haben seit seiner Gründung bisher 160 Absolventen abgeschlossen. 
Insgesamt gibt es an der GGS 60 Mitarbeiter, bei dem Programm „Business Law“ lehren 28 Dozenten.

Gibt es Infoveranstaltungen für Studieninteressierte?

Ja, wir bieten verschiede Termine für Bewerber und Interessierte an.

Simone Feger
Admissions Officer & Alumni Office

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