Welche Voraussetzungen gibt es für die Ausbildung zum Web Designer?

Grundsätzlich sind Interesse für das Internet, Sinn für Gestaltung und Spaß an der Arbeit am Computer Voraussetzung für einen guten Web Designer. Neben der Fähigkeit, Gestaltungen eines anderen Designers nachzuahmen bzw. zu interpretieren, ist es ebenfalls von Vorteil, wenn man viele eigene Ideen einbringt. Die konsequente Ausrichtung der Gestaltung an den Bedürfnissen des Endnutzers ist dabei hilfreich. Eine Ausbildung als Mediengestalter oder ein vorangehendes Studium als Kommunikationsdesigner (visuelle Kommunikation) ist als Basis sinnvoll, aber nicht zwingend Voraussetzung, um eine Ausbildung zum Web Designer zu absolvieren. Auch eine Ausbildung zum Fachinformatiker, die in der Regel in drei Jahren abgeschlossen ist, erweist sich als solide Basis für einen kompetenten Web Designer. Als Web Designer wird jemand bezeichnet, der seit mindestens zwei Jahren im Bereich angestellt ist oder eine eigene Agentur betreibt, dessen Erfahrung sich jedoch nicht auf privat entwickelte Seitenprojekte auf WordPress-Basis beschränkt.

Welche Programme und Programmiersprachen sollte ein Web Designer beherrschen?

Das hängt ein bisschen vom Fokus ab. Grundsätzlich sollte auch der Web Designer in Ausbildung folgende Programme kennen und bedienen können: Adobe Photoshop (Bildbearbeitungsprogramme), Adobe Illustrator oder Freehand (Illustration) sowie Macromedia Flash. Dazu kommen Kenntnisse in HTML/HTML 5, CSS (Cascading Stylesheets), Javascript, Ruby on Rails und PHP als zu beherrschende Programmiersprachen und Kenntnisse in Datenbanksystemen. Ein Plus sind sog. Content-Management-Systeme wie Typo3, Drupal, Joomla und WordPress, außerdem Web-Standards und Barrierefreiheit sowie Kenntnisse der Social-Media-Landschaft und entsprechender Designs und Möglichkeiten. Verstärkt sind Kenntnisse in SEO (Suchmaschinenoptimierung) und Mobile (Internet via Smartphones und Tablets) wichtig. Ziel der Ausbildung ist, die Konzeption, Gestaltung und Realisierung von Grafik und Internet-Seiten browser-unabhängig und pixelgenau umsetzen zu können.

Wie lange dauert eine Ausbildung zum Web Designer?

Das kommt drauf an. Wer im Selbststudium zu einem guten Web Designer werden möchte, braucht schon ein paar Monate, wenn nicht Jahre Zeit dafür. Schneller geht es über eine strukturierte, angeleitete Ausbildung über ein Fernstudium oder eine lokale Akademie. Dies hat den Vorteil, dass der erworbene Abschluss zum Web Designer auch von potenziellen Arbeit- bzw. Auftraggebern anerkannt wird.

Für wen ist eine Ausbildung zum Web Designer sinnvoll?

Wer sich nicht alles selbst zum Beispiel über das Internet oder Lehrmittel beibringen möchte und von Vorbildern lernen will, für den ist eine Ausbildung zum Web Designer genau das Richtige. Häufig erfolgt der Einstieg über die Ausbildung zum Mediengestalter Digital und Print, an die dann die Spezialisierung zum Web Designer als Aufbaulehrgang oder -ausbildung angeknüpft wird. Wer bereits einige Grundlagen des Themas kennt oder selbst schon ein Web-Design-Projekt umgesetzt hat, der sollte sich evtl. eine Agentur suchen, um dort ein Praktikum bei erfahrenen Web Designern zu machen.

Wichtig für den angehenden Web Designer ist, dass langes Arbeiten am Computer kein Problem ist, er einen guten Sinn für Ästhetik und Gestaltung hat, er komplexe Zusammenhänge verstehen kann (z. B. im Programmiercode und Nutzungsszenarien) und er außerdem fähig ist, eigene und fremde Kritik anzunehmen, um beispielsweise ein vorgeschlagenes Design zu ändern oder zu optimieren. Zudem sollte ein Web Designer in der Lage sein, zwischen den Wünschen des Auftraggebers, den Ansprüchen der Website-Besucher sowie den technischen Möglichkeiten zu vermitteln. Idealerweise macht ein guter Web Designer den Kunden auf typisches Nutzungsverhalten einer Webseite aufmerksam.

Weiterbildung zum Web Designer

Wer sich berufsbegleitend zum Web Designer ausbilden lassen möchte, sollte ein Abend- oder Fernstudium in Betracht ziehen.
Bei dieser Art der Weiterbildung kann man seinem regulären Beruf weiter nachgehen und erwirbt nebenbei eine Qualifizierung.
Eine Umschulung zum Web Designer ist ebenfalls möglich.

Was verdient ein Web Designer im Durchschnitt?

Das Einstiegsgehalt bei Web Design liegt bei etwa 20.000 € – das unterscheidet sich natürlich je nach Bundesland, Berufserfahrung und Arbeitgeber. Ein Web Designer mit mehreren Jahren Berufserfahrung kommt etwa auf ein Jahresgehalt von gut 40.000 €.

Was kostet die Ausbildung zum Web Designer etwa?

Das hängt sehr von Art und Umfang der Ausbildung ab. Eine einfache Fortbildung zur Fachkraft Webmaster, die beispielsweise berufsbegleitend absolviert wird, kostet ca. 1.800 €. Ein Studium, in dem neben Web Design auch die übrigen Disziplinen einer Grafikerausbildung behandelt werden und das wesentlich umfangreicher ist, kostet an einer Privathochschule rund 30.000 €.

Wo kann man eine Ausbildung zum Web Designer absolvieren?

Neben dem Weg über eine Ausbildung innerhalb einer Agentur oder dem Selbststudium bieten verschiedene Institutionen Ausbildungsangebote zum Web Designer an. Darunter die Volkshochschulen sowie private Institutionen wie das Macromedia Institut oder die SAE. Viele Hochschulen bieten teils berufsbegleitende Ausbildungsangebote zum Web Designer an.

Wie und wo arbeiten Web Designer in der Regel?

Wer sich nicht als selbstständiger Web Designer betätigen will, wird vermutlich in einer Agentur arbeiten. Neben klassischen Werbeagenturen oder Multimedia-Agenturen kommen spezialisierte Internet-Agenturen, Corporate-Design-Agenturen oder Agenturen für Social-Media-Kanäle in Betracht. Aber auch Unternehmen können bei entsprechender Größe auf Inhouse-Web-Designer angewiesen sein. In Werbeagenturen kümmern sich Web Designer primär um das Interface-Design – die Umsetzung übernehmen in der Regel klassische Programmierer. Hier gibt der Web Designer meistens sein fertiges Photoshop-Layout ab, ein Programmierer setzt dies anschließend in HTML oder einer anderen Programmiersprache um.

Der Tagesablauf eines Web Designers

Ein Web Designer, der eine Website von Anfang an betreut, wird zunächst vom Kunden gebrieft. Im Anschluss wird grob die Stilrichtung für das Web Design festgelegt und ein Grundgerüst für die Seite erstellt (auch Wireframes genannt). Dieses Web Design-Grundgerüst enthält auch die Navigationsstruktur mit sämtlichen Navigationshierarchien. Eventuell werden Bilder ausgewählt und das Design dem gültigen Corporate Design angepasst. Neben möglichen Animationen wird die Grafik in Code übersetzt bzw. die Website wird in Programmiercode umgewandelt oder bestehender Quelltext wird angepasst oder verknüpft. Nach der Präsentation des Web Designs beim Kunden werden Nachbesserungen eingearbeitet und dann das fertige Design präsentiert.
Im Idealfall wird das Design abgenommen. Regelmäßige Fortbildungen in Kursen oder als Autodidakt sind zwingend notwendig, um sich im stark wandelnden Web-Design-Markt zu behaupten.