MBA General Management an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena

Der MBA General Management an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena existiert seit 2011. Er soll vor allem Berufstätige ansprechen, die sich durch den Studiengang das wirtschaftswissenschaftliche Know-how in Theorie und Praxis aneignen wollen, um in einem Unternehmen Führungsverantwortung zu übernehmen oder als selbständiger Entrepreneur erfolgreich zu sein. Ingenieure oder Betriebswissenschaftler sind die Hauptzielgruppe des Programms.

Das Studium ist eine Mischung aus Selbst- und Präsenzstudium.
Die Teilnehmer bereiten sich mithilfe der zugesandten Lehrunterlagen selbst auf die Seminare und Prüfungen vor. Sie erhalten zu jedem Semester die ausgedruckten Lehrunterlagen als Studienpaket und können diese aber auch online auf der Lehrplattform der EAH Jena abrufen.

Durchschnittlich alle zwei Wochen kommen sie freitags nachmittags und samstags nach Jena, um die Module zu besuchen. Die ersten drei Semester sind der Vermittlung der Studieninhalte vorbehalten. Das vierte Semester widmen die Studenten ausschließlich der Masterarbeit.

Im ersten Halbjahr stehen Theorien und Methoden der Betriebswirtschaft auf dem Stundenplan. Dabei lernen die Teilnehmer, wie man Verträge verhandelt und bei Streitigkeiten vermittelt. Wie wichtig Kreativität in Führungspositionen bzw. für selbständige Unternehmer ist, erfahren sie dort auch. Zudem erhalten sie Einblicke in die Wissenschaftstheorie der Betriebswissenschaft. Im Modul Personalrecht fokussieren sie sich auf Arbeitsrecht für Führungskräfte, Personalentwicklung und internationales Personalmanagement. Danach werden Qualitäts-, Logistik- und Prozessmanagement thematisiert. Hinzu kommt ein Seminar zu Controlling bzw. Unternehmensführung.

Im zweiten Semester steht zunächst das Marketing im Vordergrund – auch in internationaler Hinsicht. Dabei werden die Instrumente erörtert, mit denen Marketeers arbeiten. Im nächsten Modul lernen die Teilnehmer das Steuerrecht sowie die Rechnungslegung bei Konzernen und im internationalen Vergleich kennen. Anschließend werden Wirtschaftsrecht, gewerblicher Rechtsschutz, Makroökonomie und Mikroökonomie vertieft. Das dritte Halbjahr beginnt mit einem Blick auf die Finanzwirtschaft – unter besonderer Berücksichtigung des internationalen Finanzmanagements und der Unternehmensbewertung. Anschließend setzen sich die Studenten intensiv mit dem Projektions- und Informationsmanagement sowie dem strategischem Management auseinander.

Besonderheiten des Studiums

Obwohl ein verpflichtendes Auslandsmodul nicht Teil des Studienplans ist, handelt es sich beim MBA General Management um ein international ausgerichtetes Programm. So beschäftigen sich die Teilnehmer im letzten Modul des dritten Semesters mit internationalem Marketing und eignen sich im Seminar „Intercultural Business Communication“ das Wissen an, wie man in einem globalen Umfeld mit fremden Kulturen interagiert und Business betreibt. Zudem werden auch viele andere Inhalte aus einer internationalen Perspektive betrachtet – ob Personalrecht, Marketing, Rechnungslegung oder Finanzmanagement. Über das Studienangebot hinaus haben die Teilnehmer die Möglichkeit, freiwillig an einer der ausländischen Partnerhochschulen wie z.B. in Namibia ein paar Wochen im Rahmen eines Summer-School-Aufenthalts zu studieren.

Aufnahmeverfahren

Das Studium beginnt zum Sommersemester, die Bewerbungsfrist endet am 28. Februar.

Ablauf des Bewerbungsverfahrens

  • Der Bewerber muss die Zulassungsvoraussetzungen erfüllen: Er hat mindestens ein Jahr Berufserfahrung, gute Englischkenntnisse und einen akademischen Erstabschluss von mindestens 210 ECTS. Wer nur einen Hochschulabschluss mit 180 ECTS gemacht hat, kann die fehlenden Creditpoints durch einen Sonderstudienplan nachholen.
  • Der Interessent füllt den Bewerbungsbogen des Masterportals der EAH Jena aus und schickt ihn an die Hochschule. Dem Schreiben legt er beglaubigte Kopien des Hochschulabschlusszeugnisses, eine Kopie der Hochschulzugangsberechtigung, ein Passbild, einen Nachweis der Krankenversicherung und freiwillig einen tabellarischen Lebenslauf bei.
  • Die Hochschule überprüft die Bewerbung.
  • Der Kandidat wird aufgenommen und beginnt sein Studium.

Über die Hochschule

Als erste FH der neuen Bundesländer wurde die Fachhochschule Jena am 1. Oktober 1991 gegründet. 2012 wurde sie nach dem Wissenschaftler Ernst Abbe, der zusammen mit Carl Zeiss und Otto Schott die Fundamente für die moderne Optik schuf und in Jena starb, benannt. An der EAH Jena studieren heute rund 4500 Studenten, knapp 450 Dozenten bzw. Mitarbeiter betreuen sie. Die Hochschule legt den Fokus auf die drei Schwerpunkte Ingenieurswissenschaft, Sozialwissenschaft und Betriebswirtschaft. Zusammen mit der Weiterbildungseinrichtung Jenaer Akademie für Lebenslanges Lernen e.V. (JenALL) führt die EAH zwei MBA-Programme durch: Neben dem General-Management-Programm auch den MBA in Health Care Management.

Fazit

Beim diesem Studiengang handelt es sich um ein klassisches General-Management-Programm. Wer sich lieber in ein Thema vertiefen möchte, sollte sich eher nach einem MBA mit Spezialisierungsrichtung umsehen. An der EAH Jena böte sich da der MBA in Health Care Management an.

Trotz seiner sonst sehr allgemeinen Ausrichtung hat das Programm einen internationalen Fokus. Viele Modulinhalte werden nicht nur durch die nationale Brille, sondern global betrachtet. Zudem haben die Teilnehmer auf freiwilliger Basis die Möglichkeit, an einer Summer School an einer ausländischen Partnerhochschule teilzunehmen und ihre im Studium erlernten Fähigkeiten in interkultureller Kommunikation anwenden zu können.

Gespräch mit Teilnehmern des Studiengangs

  • Joachim Hildebrandt﹡
    Sales Representative; aktueller Teilnehmer
  • Yvonne Schwarzbach﹡
    Absolventin

Herr Hildebrandt, Frau Schwarzbach, warum haben Sie sich für den MBA in Business Administration in Jena entschieden?

Hildebrandt: Ich habe mich für den Studiengang entschieden, um einen erweiterten Einblick in die betriebswirtschaftlichen Vorgänge zu bekommen – und Verständnis dafür, warum vereinzelte Entscheidungen getroffen werden. Wichtig war mir auch, dass ich die Zusammenhänge in Controlling und Bilanzierung erkenne.

Schwarzbach: Ich habe mich aus verschiedenen Gründen für den Studiengang „General Management“ entschieden. Zum einen hat mich das angebotene Curriculum angesprochen, zum anderen die Flexibilität des Studiengangs. Wichtig waren allerdings auch die lokale Nähe zu meinem Wohnort sowie die bezahlbare finanzielle Investition.

Wo arbeiten Sie heute?

Hildebrandt: Ich bin Sales Representative.

Schwarzbach: In einem Wirtschaftsunternehmen der Region.

Haben sich Ihre Erwartungen an Ihr Studium erfüllt? Gibt es (positive) Überraschungen?

Hildebrandt: Positiv hervorzuheben ist das Engagement der einzelnen Dozenten. Sie vermitteln den Eindruck, dass sie leben, was sie erzählen. Gestützt wird das Ganze durch Beispiele aus dem wahren Leben. Jedoch gibt es Optimierungsbedarf bei der Gestaltung der Themen in den Präsenzveranstaltungen.

Schwarzbach: Meine Erwartungen haben sich weitestgehend erfüllt. Der Studienablauf war insgesamt sehr positiv. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass es im Studium mehr Teamarbeit und mehr Fallstudien insbesondere in den unternehmensstrategischen Fächern gegeben hätte.

Wie würden Sie die Studierenden an der Hochschule und in ihrem Studiengang beschreiben?

Hildebrandt: Durch das breite berufliche Spektrum der teilnehmenden Studierenden im Kurs kommt es zu regen, informativen Diskussionen. Die Pausen werden meist mit Gesprächen über Erfahrungen aus dem Arbeitsleben gefüllt.

Schwarzbach: Die meisten Teilnehmer waren Nicht-BWLer mit ganz verschiedenen beruflichen Hintergründen, die bereits über 4 bis 8 Jahre Berufserfahrung verfügten. Es gab allerdings auch Studierende, die z.T. auch älter als 50 Jahre waren.

Inwiefern kann der MBA Ihnen für Ihre Karriere nützlich sein?

Hildebrandt: Ein halbes Jahr nach Beginn des Studiums wurde ich befördert. Ich denke, das spricht für sich.

Schwarzbach: Durch den MBA kann man Wissenslücken im Bereich der Betriebswirtschaft systematisch schließen und somit sinnvoll die bereits vorhandene Berufserfahrung ergänzen. Das führt aus meiner Sicht zu mehr Sicherheit bei Entscheidungen und zu einer breiteren Diskussionsbasis. Interessant sind auch die Einblicke in die aktuellen Studienabläufe und die Lehr- und Lernmethodik, wenn der eigene Studienabschluss schon länger zurückliegt.

Inwiefern haben sie noch Kontakt zu den Kommilitonen, Dozenten oder zu anderen Alumni?

Hildebrandt: Durch die räumliche Trennung bildeten sich ganz schnell soziale Netze zum Informations- und Wissensaustausch.

Schwarzbach: Den Kontakt halte ich durch soziale Netzwerke. Der Kontakt zu Dozenten des Studiengangs ist leider aufgrund der Kürze der jeweiligen Lehrveranstaltungen nicht längerfristig entstanden.

Was sollen künftige Studierende über die Hochschule und ihren Studiengang wissen?

Hildebrandt: Der Lerneffekt ist riesig. Der zeitliche Aufwand ist machbar bei einem gewissen Maß an Eigenmotivation und Zeitmanagement.

Wie sehr vereinnahmt einen das Studium?

Hildebrandt: Die Aufgaben und Vorbereitungen füllen schnell mal ein ganzes Wochenende.

Schwarzbach: Das Studium ist bei normaler Arbeitsbelastung und gelegentlicher Freistellung durch den Arbeitgeber gut organisierbar. Wenn allerdings arbeitsseitig eine hohe zeitliche Belastung vorhanden ist sowie Dienstreisen anfallen und ggf. eine Familie dazukommt, wird es natürlich schon anstrengend, das Studium nebenbei zu absolvieren. Positiv hervorzuheben ist allerdings die hohe Flexibilität der Studienorganisation, die einiges erleichtert.

Welchen Personen würden Sie das Programm empfehlen?

Hildebrandt: Ich würde es jeder Person empfehlen, die einen Einblick in Betriebswirtschaft, Controlling, Personal, Marketing usw. eines Unternehmens mindestens mittlerer Größe haben möchte.

Schwarzbach: Ich würde das MBA-Studium allen empfehlen, die kein BWL studiert haben, allerdings ergänzendes Wissen aus der Betriebswirtschaft benötigen, um im Job sicherer agieren zu können und die gegebenenfalls weiterführende Führungsaufgaben übernehmen möchten. Und ich würde es allen empfehlen, die sich aufbauend der Berufserfahrung geistig noch einmal herausfordern wollen.

﹡Name auf Wunsch geändert

Bezeichnung des Abschlusses

Master of Business Administration (MBA)

Regelstudienzeit in Semestern

24 Monate

Vollzeit, Teilzeit oder beides möglich?

Teilzeit. Etwa alle zwei Wochen kommen die Studenten freitags nachmittags und samstags an die EAH Jena und besuchen die Module

Kosten des Studiums

11.900 Euro (zzgl. Semesterbeiträge der EAH Jena)

Formale Voraussetzungen für den Studiengang

  • Akademischer Erstabschluss mit mindestens 210 ECTS (Wer nur 180 ECTS vorweist, kann die fehlenden ECTS durch einen Sonderstudienplan nachholen)
  • mindestens ein Jahr Berufserfahrung
  • Sprachkenntnisse: Englisch, Nachweis z. B. durch den TOEFL Internet-Based Testing (IBT) mit mind. 72 Punkten; Deutsch, Nachweis z. B. durch den TestDaF, Niveau: TDN 4.

Welche technischen Voraussetzungen/Arbeitsmittel muss man mitbringen?

Keine besonderen EDV-Kenntnisse nötig

Welche Sprachen muss ein Bewerber können?

Englisch. Nachweis z.B. durch TOEFL (550 Punkte papierbasiert)

Akkreditierung

Agentur für Qualitätssicherung durch Akkreditierung von Studiengängen (AQAS)

Wie viele Professoren, Mitarbeiter und Studenten gibt es?

14 Professoren/Dozenten; 3 Mitarbeiter im MBA-Team; 56 aktuelle Teilnehmer, 45 Alumni.

Lassen Sie sich beraten:
Annett Hoffmann
Admissions/Weiterbildung am JenALL e. V.

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Die nächsten Termine

17
Jan
Infoveranstaltung, 19.00 Uhr im Raum 05.01.43 der Ernst-Abbe-Hochschule Jena
17
Jan
Infoveranstaltung, 19.00 Uhr im Raum 05.01.43 der Ernst-Abbe-Hochschule Jena