Master of Business Administration and Engineering an der Hochschule München

Der auf fünf Semester angelegte Teilzeit-Studiengang Master of Business Administration and Engineering ist an der Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule München angesiedelt. Er richtet sich an Ingenieure, Naturwissenschaftler oder Wirtschaftsingenieure, an angehende Führungskräfte in mittelständischen und großen Unternehmen sowie im öffentlichen Dienst, die eine Management-Position in einem internationalen Kontext anstreben.

Die Studierenden des MBA & Engineering verfügen durchschnittlich über vier Jahre Berufserfahrung und sind im Schnitt 30 Jahre alt. 25 Prozent der Teilnehmer sind weiblich.

Um den Studienablauf zu bestimmen, wird zum Auftakt ein Zugangstyp ermittelt. Er ist abhängig von Art und Inhalt des Vorstudiums. Der gewählte Zugangstyp kann im Laufe des Studiums nicht mehr geändert werden. Wirtschaftsingenieurwissenschaftliche Studiengänge mit fundierten betriebswirtschaftlichen und grundlegenden technischen Vorkenntnissen führen in der Regel zum Zugangstyp „Wirtschaftsingenieurwesen“. Der Studienstart für diese Gruppe erfolgt zum Wintersemester. Ingenieur- und naturwissenschaftliche Studiengänge, die keine oder geringe betriebswirtschaftliche Vorkenntnisse, dafür aber fundierte technische Vorkenntnisse beinhalten, führen meist zum Zugangstyp „Ingenieur- oder Naturwissenschaften“. Das Studium kann von diesen Teilnehmern zu jedem Semester aufgenommen werden. Der Zugangstyp Bauingenieurwesen startet zum Wintersemester. In Sonderfällen berät die Hochschule.

Das Studium beginnt am Wochenende vor Vorlesungsbeginn mit einem Startup-Seminar für Erstsemester in den Bergen. Es wird vom Verein zur Förderung des Wirtschaftsingenieurwesens e.V. organisiert und soll dazu dienen, dass sich die Studierenden untereinander in Teambildungs-Workshops und bei gemeinsamen Unternehmungen wie Wanderungen kennenlernen. So werden die Grundlagen für spätere Lerngruppen geschaffen. Der Studiengangsleiter und andere Vertreter der Fakultät geben organisatorische Informationen zum MBA. Mit Studierenden aus höheren Semestern und Absolventen können sich die Studienanfänger austauschen. Kinder und Partner sind herzlich willkommen.

Der Studienplan der verschiedenen Zugangstypen unterscheidet sich hinsichtlich der Gewichtung der Pflichtmodule. So hat der Zugangstyp „Ingenieur“ beispielsweise mehr betriebswirtschaftliche Kurse als beim Wirtschaftsingenieurwesen. Dieser bildet wiederum dafür verstärkt in technischen Fächern weiter. Zusätzlich zu den Pflichtfächern suchen sich die Studierenden eine vorgeschriebene Anzahl von Wahlfächern aus. Neben fachlichem Wissen sollen im Studium auch Soft Skills wie Sozialkompetenz gefördert werden. Der Unterricht findet in Form von Abend-, Wochenend- und Blockkursen statt. Die Regelstudienzeit beträgt fünf Semester. Der Master-Abschluss befähigt zur Promotion.

Internationale Partnerinstitute

Teile des Master-Studiums können im Ausland absolviert werden. So gibt es eine enge Partnerschaft mit der Grenoble Ecole de Management (GEM) in Frankreich. Dort können Studierende ein oder zwei Semester lang studieren (Global-Technology Entrepreneurship, bzw. Master in Management). An der University of Plymouth wird einmal pro Jahr ein dreiwöchiger, speziell auf den Masterstudiengang MBA & Engineering der Hochschule München abgestimmter Intensivkurs (Euromaster) angeboten. An beiden Universitäten ist die Unterrichtssprache Englisch. Die in Grenoble oder Plymouth absolvierten Vorlesungen und erbrachten Leistungsnachweise werden in München voll anerkannt. Darüber hinaus können Studierende auch an deutschen Hochschulen Leistungsnachweise erwerben. Es sollte allerdings vorab geklärt werden, ob sie in vollem Umfang auf den MBA angerechnet werden können.

Die Hochschule München belegt im aktuellen Ranking des Magazins Wirtschaftswoche mit ihrem Angebot im Wirtschaftsingenieurwesen den vierten Platz. Es gibt regelmäßige Informationsveranstaltungen, auf denen sich Interessierte ein Bild des Angebots machen können.

Die Hochschule für angewandte Wissenschaften München

Als ein Zusammenschluss von sieben Münchner Ingenieur- und höheren Fachschulen wurde die Hochschule München 1971 gegründet. Einige von ihnen existierten bereits seit Beginn des 19. Jahrhunderts. Heute ist die Hochschule München in der Trägerschaft des Freistaats Bayern.

Die Hochschule München ist Bayerns größte Hochschule für angewandte Wissenschaften und deutschlandweit die zweitgrößte ihrer Art. Sie bietet einen berufsbegleitenden Bachelor in Unternehmensführung an und weiterbildende Masterstudiengänge in den Bereichen Technik, Wirtschaft, Soziales und Design. Zudem werden gemeinsam mit Partnerunternehmen zahlreiche Duale Studiengänge durchgeführt. In internationalen Studiengängen wie Betriebswirtschaft, Paper Technology oder Tourismus-Management können die Teilnehmer zusätzlich zum ausländischen Studienabschluss einen deutschen Bachelor oder Master erwerben. Allen Studiengängen ist eine starke Praxisorientierung gemein.

Momentan sind an der Hochschule München 17.500 Studierende eingeschrieben. Es gibt 500 Professoren, 750 Lehrbeauftragte und 660 Mitarbeiter. Die Unterrichtsräume und Bibliotheken sind über drei verschiedenen Standorte verteilt: Lothstraße, Pasing, Karlstraße.
In der Forschung und Entwicklung arbeitet die Hochschule München eng mit Partnern aus der Wirtschaft zusammen. So beteiligte sich der Bereich Medizintechnik zum Beispiel an der Entwicklung eines implantierbaren Kunstherzens.

Im aktuellen Hochschul-Ranking der „WirtschaftsWoche“ sind alle bewerteten Studiengänge der Hochschule München unter den Top 5. Besonders gut schnitt der Bereich Wirtschaftsinformatik ab. Er belegte den zweiten Platz. Bei einem gemeinsamen Ranking der Wirtschaftswoche und dem Onlineportal XING wurde die Hochschule München 2011 auf Platz vier der „besten Kaderschmieden für Manager“ gewählt.

Besonderheiten des Studiums

Im Gegensatz zu betriebswirtschaftlichen MBAs ist dieses Angebot technisch ausgerichtet und damit auf die Ansprüche einer bestimmten Zielgruppe, nämlich Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Wirtschaftsingenieuren zugeschnitten. In Wahlfächern können sich die Teilnehmer Kurse mit einer besonderen Relevanz für ihre berufliche Tätigkeit heraussuchen. Auch zeitlich bemüht sich die Hochschule auf die Bedürfnisse der einzelnen Teilnehmer einzugehen, indem sowohl in Abend- als auch in Wochenendveranstaltungen gelehrt wird. Partner und Familien werden von Anfang an mit einbezogen. Die engen Kooperationen mit zwei ausländischen Universitäten ermöglichen den Studierenden an maßgeschneiderten, englischsprachigen Programmen im Ausland teilzunehmen.

Aufnahmeverfahren

Bewerbungen für das Sommersemester sind bis zum 15. Januar, Bewerbungen für das Wintersemester bis zum 15. Juni mit den erforderlichen Unterlagen beim Immatrikulationsamt der Hochschule München einzureichen. Von Zeugnissen und Notenbestätigungen werden beglaubigte Kopien benötigt. Man kann sich nicht nur für das unmittelbar bevorstehende, sondern auch für ein späteres Semester bewerben.

Der zweite Schritt im Bewerbungsverfahren ist die Eignungsprüfung. Der Termin wird den Bewerbern schriftlich bekannt gegeben. Diese Prüfung soll sicherstellen, dass der Bewerber fächerübergreifende, technische oder technisch-wirtschaftliche Problemstellungen strukturieren und systematische Lösungsansätze erarbeiten kann. Die Prüfung besteht aus einer Gruppendiskussion und einem Kurzvortrag mit Interview. Zuerst diskutieren sechs Personen für etwa 30 Minuten ohne Anleitung zu einem vorgegebenen Thema. Zwei Prüfer beobachten die Debatte. Danach erarbeitet jeder Teilnehmer für sich einen Kurzvortrag aus der aktuellen Wirtschafts- und Politikberichterstattung. Nach einer Vorbereitungszeit von etwa 15 Minuten wird das Ergebnis in drei bis fünf Minuten präsentiert. Im Anschluss folgt eine kurze Diskussion mit den beiden Prüfern, die auch den Charakter eines Vorstellungsgespräches annehmen kann.

Studierende, auf die die Universität besonders stolz ist

  • Jan Böttiger, strategischer Einkäufer bei Krauss Maffei Technologies GmbH
  • Karsten Jeschonneck, Projectcontrol/Lead Specialist bei GE Jenbacher
  • Andreas Renner, Produktmanager bei der BMW AG

Fazit

Der „MBA & Engineering“ ist ein technisch ausgerichteter Wirtschaftsmaster. Die Lehrinhalte orientieren sich stark an dem Vorwissen und den Interessen der Teilnehmer. Die Gebühren sind vergleichsweise niedrig, da das Studium an einer öffentlichen Hochschule erfolgt. Die Studierenden profitieren von der Infrastruktur, den Kontakten und der Professionalität der Hochschule. So berechtigt der Abschluss zur Promotion.

Der Studiengang ist stark praxisorientiert. Das bedeutet, dass Forschung im Vergleich zur Universität eine eher untergeordnete Rolle spielt.

Gespräch mit einer Studentin des MBA-Programms

  • Jasmin Eismann
    Projektleiterin Qualitäts- und Vertriebssteuerung Region Süd
    Gegenbauer Facility Management GmbH

Frau Eismann, an welchem Punkt Ihres Studiums befinden Sie sich gerade?

Ich habe die Prüfungen soweit abgeschlossen. Nur die Master-Arbeit steht noch aus.

Warum haben Sie sich für den MBA & Engineering entschieden?

Es ist ein lang gehegter Lebensplan von mir, Karriere zu machen. Und dazu gehört auf jeden Fall auch ein MBA. Bei der Entscheidung für ein geeignetes Programm haben Aspekte wie die Entfernung zum Wohnort und zum Arbeitgeber, die Anbindung sowie das Angebot der Vorlesungen und Module eine Rolle gespielt.

Haben Sie sich bewusst für ein Programm mit einem technischen Bezug entschieden?

Ich habe vorher Immobilienmanagement studiert, ein Studium, das im Fachbereich Maschinenbau angesiedelt war. Für mich war klar, dass ich in der Branche bleiben will. Insofern habe ich mich bewusst für das Programm „MBA & Engineering“ entschieden. Und das passt auch: Meine Kommilitonen und ich sprechen die gleiche Sprache. Die Beispiele, die in den Vorlesungen gewählt werden, passen zu meinem Arbeitsalltag.

Was ist das Besondere an dem Programm?

Ausschlaggebend war für mich, dass ich die Vorlesungen online nachverfolgen kann. Ich kann im Studium sehr flexibel lernen. Das sehe ich auch bei meinen Kommilitonen: Da gibt es zum einen die Menschen mit Familie, die jede Abendveranstaltung mitnehmen, für die das Wochenende aber heilig ist. Dann gibt es die Workaholics, die in der Woche lange arbeiten und lieber am Wochenende Seminare besuchen. Alle Kombinationen sind möglich. Aus dem breiten Angebot an Wahlfächern kann man sich die passenden Kurse nach den beruflichen und persönlichen Zielen heraussuchen.

Welche anderen Institute kamen für Sie in die engere Wahl?

Zuerst habe ich über ein Auslandsstudium nachgedacht und mich auch im Ausland beworben. Doch dann bekam ich einen spannenden Job in München, mit dem sich das nicht kombinieren ließ. In der nächsten Überlegung habe ich ein Fernstudium in Betracht gezogen. Dafür hätte die freie Zeiteinteilung gesprochen. Mir wäre diese Art der Ausbildung aber letztlich zu unpersönlich gewesen. In der Gruppe spornt man sich gegenseitig an und ich erreiche einfach mehr. Schließlich habe ich mir also mehrere Angebote im Raum München angeguckt. Sehr einprägsam waren für mich die Informationsveranstaltungen der Hochschule München wegen der Fülle an Informationen, die man dort erhält. Andere Hochschulen machen zwar mehr Werbung, sind aber schwammig, wenn es um die konkreten Inhalte geht.

Wie würden Sie Ihre Kommilitonen beschreiben?

Als aufgeschlossen und super zielstrebig. Wir waren eine überschaubare Gruppe von 30 Teilnehmern. Sie hat mir sehr geholfen, weil sie einen starken Antrieb gibt. Man unterstützt sich gegenseitig und ich hoffe, dass der Kontakt über das Studium hinaus erhalten bleibt.

Was sollten Interessierte unbedingt über das Studium wissen?

Für mich war es das perfekte Studium. Ingenieure und Naturwissenschaftler sind hier in jedem Fall gut aufgehoben. Der Praxisbezug ist immer gegeben.

Gibt es auch Leute, denen Sie eher von dem Studium abraten würden?

Ich denke, wenn man sehr wenig Berufserfahrung hat, dann kann man viele Zusammenhänge nicht so leicht herstellen und profitiert nicht auf die gleiche Weise von den praxisbezogenen Lehrinhalten wie Leute mit mehreren Jahren Berufserfahrung. Wer direkt von der Uni kommt, würde sich aber wohl ohnehin für den konsekutiven Master entscheiden, den die Hochschule München ebenfalls anbietet.

Wie hat sich der MBA bislang auf Ihre Karriere ausgewirkt?

Sehr positiv. Ich habe bereits das Unternehmen gewechselt und bin aufgestiegen. Das Blickfeld erweitert sich enorm durch denMBA. Ich verstehe betriebswirtschaftliche Zusammenhänge besser, zum Beispiel wie man Margen vergrößert oder die Marktposition verbessert. Im Erststudium habe ich diese strategischen Dinge nicht gelernt und auch im Unternehmen wird man an solches Wissen nicht automatisch herangeführt.

Gespräch mit einem Absolventen des Studiengangs

  • Markus Heringer
    Absolvent MBA & Engineering der Hochschule München
    Leitung Datenverarbeitung und Organisation
    Truma Gerätetechnik GmbH & Co. KG

Herr Heringer, warum haben Sie sich für den MBA & Engineering an der Hochschule München entschieden?

Ich habe den Aufbaustudiengang bereits seit dem Ende meines ersten Studiums im Auge gehabt. Nach dem Diplom als Wirtschaftsingenieur wusste ich, dass ich mich nach einigen Jahren im Beruf noch weiterqualifizieren möchte. Der MBAwurde mir von mehreren Seiten empfohlen. 2008 wurde aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise bei Truma vorübergehend Kurzarbeit eingeführt. So hatte ich die nötige Zeit, um mich für das Programm anzumelden.

Was ist das Besondere an dem Programm?

Mir war die Mischung aus technischen und wirtschaftlichen Inhalten des Studiums wichtig. Darüber hinaus bietet die Hochschule München einen tollen Service für die Studenten an und macht auch Sonderwünsche wie einen Parkplatz in der Tiefgarage möglich. Das Studium ist nicht so praxisfern wie andere MBAs. Es wird Wissen mit einem starken Realitätsbezug vermittelt. Einige Inhalte konnte ich direkt im Job anwenden. Umgekehrt hatten die Professoren und Dozenten auch ein offenes Ohr für Fragen, die ich aus dem Arbeitsalltag mitbrachte.

Welche anderen Institute kamen für Sie in die engere Wahl?

Für mich war klar, dass ich auf Grund des Standorts meines Arbeitsplatzes (Putzbrunn) an der Hochschule München studieren will. Somit kamen keine anderen Unis in Frage. EinMBA im Ausland wäre mit meinem Job nicht vereinbar gewesen.

Wie würden Sie Ihre Kommilitonen beschreiben?

Wir hatten eine super Zusammenarbeit und es haben sich lockere Freundschaften daraus entwickelt. Ich würde sagen, wir ticken alle ähnlich. Die meisten hatten zur Zeit des Studiums drei bis fünf Jahre Berufserfahrung, sind recht ehrgeizig und wollen beruflich etwas erreichen. Einige haben einen Wechsel zu einem anderen Unternehmen angestrebt oder in ihrer Firma auf eine höhere Position hingearbeitet. Doch der Ehrgeiz schlug nie um, sodass die Atmosphäre unangenehm wurde, alle waren sehr kollegial.

Wem würden Sie zu dem Studium raten, wem eher nicht?

Man sollte wissen, worauf man sich einlässt und wann der richtige Zeitpunkt ist. Bei mir hat es gut gepasst. Ich bekam Unterstützung durch meinen Arbeitgeber und habe mich nicht übermäßig gequält. Aber wenn man neben dem Job zeitgleich in weitere, zeitintensive Dinge eingebunden ist, sollte man es sich noch einmal überlegen. Ansonsten ist es für jeden machbar, der Motivation mitbringt und bereits ein normales Studium gemeistert hat.

Wie hat sich der MBA bislang auf Ihre Karriere ausgewirkt?

Ich bin kurz vor dem Ende des MBAs in eine leitende Position bei Truma befördert worden. Das hatte sicher nicht nur mit demMBA zu tun, war aber ein Faktor. Es sind auch schon zwei weitere Kollegen im Unternehmen in höhere Positionen aufgestiegen, die ebenfalls den MBA & Engineering an der Hochschule München abgeschlossen haben.

Interview mit einem Vertreter der Hochschule

  • Prof. Dr. Jörg Puchan
    Studiengangleiter MBA & Engineering
    und Professor der Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen
    an der Hochschule München (HM)

Was ist das Besondere am MBA & Engineering der HM?

Das Besondere ist, dass wir einen ganz klaren Fokus haben auf Ingenieure, Wirtschaftsingenieure und Naturwissenschaftler. Wir haben keine BWLer, keine Juristen oder Mediziner. Das hat für uns – und damit auch für die Studierenden – den Vorteil, dass wir auf dem vorhandenen Wissen aufbauen können. Es sind Studierende, die sagen, ich habe jetzt ein gutes fachliches Standbein und stelle aber fest, dass mir etwas für meine Berufslaufbahn fehlt: Managementkompetenz, mir fehlt BWL-Verständnis und Ähnliches. Und diese Erkenntnisse können wir dann miteinander verbinden. Wir bringen ihnen, soweit erforderlich, betriebswirtschaftliche Grundlagen bei, und dann Managementkompetenzen. Wir verbinden dann ihr Technikwissen mit dem erworbenen wirtschaftlichen Wissen bei Veranstaltungen wie z.B. Supply Chain Management oder Innovationsmanagement. Das geht deshalb, weil wir eine ganz fokussierte Zielgruppe haben und nicht für jeden ein passendes Programm anbieten müssen.

Sie definieren zu Beginn des Studiums verschiedene Zugangstypen. Bekommen die Studenten mit eher technischem Vorwissen mehr betriebswirtschaftlichen Unterricht und umgekehrt?

Grob stimmt das. Wir unterscheiden zwischen den Wirtschaftsingenieuren, bei denen wir davon ausgehen, dass sie in betriebswirtschaftlichen Fragen fit sind, sowie Naturwissenschaftlern und Ingenieuren. Letzere bekommen zuerst ein Ökonomie-Fundament und die Wirtschaftingenieure bekommen ein Technologie-Update, sodass wir nach zwei Semestern davon ausgehen, dass wir Ingenieure mit einem guten Ökonomie-Fundament und Wirtschaftsingenieure mit einem aktuellen Technologie-Wissen haben. Dann können wir sie mit sogenannten Integrationsmodulen zusammenbringen und ihnen so die höherwertigen Management-Themen beibringen, wie die oben genannten Themen oder Controlling und Personalführung.

Welche Hilfestellungen gibt die Hochschule, damit die Teilnehmer Studium, Arbeit und Privatleben miteinander vereinbaren können?

Von Anfang an legen wir viel Wert auf Vernetzung. Wir wollen, dass die Leute von ihren unterschiedlichen Erfahrungen profitieren, miteinander reden und sich kennenlernen. Zu Beginn des Studiums gehen wir mit ihnen in die Berge. Auch Partner und Kinder, so vorhanden, sind mit eingeladen. Denn für die ganze Familie bedeutet das Studium ja eine zusätzliche Belastung zu einem ohnehin schon ausfüllenden Job. In den nächsten zwei Jahren sind die Teilnehmer noch seltener zuhause als vorher. Und deswegen wollen wir die Familie mit ins Boot holen, damit sie zum einen sieht, wer da noch mit studiert. Zum anderen thematisieren wir auch, welche Risiken bestehen und wie man mit der neuen Situation umgehen kann. Das Ganze ist zudem mit Erlebnissen wie Wanderungen und mit Teambildungselementen angereichert. So berücksichtigen wir von Anfang an die Life-Balance.

Wir haben seit zwölf Jahren Erfahrung mit berufsbegleitendenMBA-Programmen und schon davor haben wir einen Diplomstudiengang angeboten. Wir wissen, dass ein Teilnehmer mal nicht teilnehmen kann, weil er zum Beispiel auf einer längeren Dienstreise ist. Das können wir dann auf verschiedene Weise unterstützen, indem wir Unterlagen bereitstellen und vielleicht auch schon im Vorfeld Fragen klären. Wir besprechen, auf was man sich vorbereiten kann, damit man übernächste Woche wieder mitreden kann. Wir haben in der Regel keine Anwesenheitspflicht, legen aber nahe, dass die Leute anwesend sind, weil es sich so am leichtesten lernt.

Wir stellen Unterlagen zum Download zur Verfügung. Vorlesungen zeichnen wir nur teilweise auf Video auf, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass es keinen Spaß macht, sich eine dreistündige Vorlesung im Nachhinein anzusehen. Es ist auch eine trügerische Sicherheit. Ich glaube, die Studierenden profitieren mehr davon, wenn sie gut vernetzt sind, wenn sie sich die Mitschriften von ihren Kommilitonen geben und sich von ihnen auf den neuesten Stand bringen lassen.

Wie würden Sie Ihre Studierenden charakterisieren?

Sie sind hungrig nach Wissen und sehr interessiert. Die Mehrheit unserer Studierenden schielt nicht nach dem Titel. Sie wollen etwas wissen und zusätzliches Knowhow ansammeln. Teamorientiert sind sie durchweg, darauf achten wir bereits beim Auswahlverfahren. Wir erwarten Engagement und das finden wir auch vor. Weil alle im Beruf stehen, haben sie einen Sinn für Machbarkeit. Sie zeichnen sich durch ein anwendungsorientiertes Denken aus und es sind nette Menschen.

Wie genau läuft der Bewerbungsprozess ab? Nach welchen Kriterien erfolgt die Zulassung?

Zur Mitte des vorhergehenden Semesters bieten wir Informationsveranstaltungen an, die mit 20 bis 30 Teilnehmern auch immer sehr gut besucht sind. Dort informiere ich detailliert über den Studiengang und stehe für Fragen zur Verfügung.

Den Auftakt zum Bewerbungsverfahren bildet eine Online-Bewerbung, die noch ergänzt wird durch Unterlagen wie Zeugnisse usw. Wir betreiben das Bewerbungsverfahren ohne großen Aufwand für die Interessenten. Ein mehrseitiges Motivationsschreiben z.B. halte ich für überflüssig. Das formale Auswahlverfahren erfolgt nach drei wichtigen Kriterien: Das Vorstudium muss stimmen, die Note aus dem Vorstudium muss mindestens gut sein, Berufserfahrung von mindestens einem Jahr muss vorhanden sein.

Es folgt ein Auswahlverfahren, das aufgebaut ist wie ein Assessment Center. Das ist wichtig, damit wir die Leute kennenlernen und merken, ob sie zum Beispiel teamfähig sind. Eine Kurzpräsentation zu einem selbstgestellten Thema mit 20 Minuten Vorbereitungszeit und dann ein persönliches Gespräch. Wir stellen auch mal eine Frage auf Englisch, um zu hören, ob sich der Bewerber artikulieren kann. Das führt zu einem Gesamteindruck der Personen. Wir wollen denjenigen einen Studienplatz anbieten, die das Studium mit hoher Sicherheit bestehen.

An welchen anderen Universitäten bewerben sich Ihre Studierenden in der Regel noch?

Das weiß ich natürlich nicht genau, aber die meisten Studierenden, die einen Platz bei uns angeboten bekommen, nehmen ihn auch an.

Der Studiengang ist vergleichsweise günstig. Was ist der Unterschied zu teureren Anbietern?

Bei uns gibt es keine Neben- und Luxusleistungen. Ich konzentriere alle Budgetmittel auf die Lehre. Es gibt hier keine Assistenten, die irgendwo herumschwirren und noch bezahlt werden müssen. Deshalb kann ich mit dem Geld sehr gute, auch internationale Dozenten bezahlen. Einer berät die französische Regierung, der andere ist Strategieberater in einem großen amerikanischen Konzern. Und: Wir machen keinen Gewinn.

Wird bei Ihnen auch geforscht?

Das ist nicht der Hauptzweck unserer Hochschule, aber bei uns an der Hochschule wird auch geforscht. Ich selber leite ein Forschungsprojekt Business Process Benchmarking. Andere Kollegen sind in technologischen Felder wie z.B. Biotechnologie, Ergonomie oder Nanolithografie tätig. Das Spektrum ist sehr breit.

Wer sind Ihre Dozenten?

Um die 50 Prozent sind Dozenten von der Hochschule, die andere Hälfte sind Lehrbeauftragte aus der Praxis. Sie müssen alle mindesten fünf Jahre Berufserfahrung außerhalb der Hochschule mitbringen. Ich selber habe 15 Jahre außerhalb des Hochschulbereichs gearbeitet. Das ist uns wichtig, weil wir zwar schon wissenschaftlich relevante Dinge lehren wollen, aber nur solche, die man in der Praxis auch anwenden kann.

Warum sollte man den MBA in Deutschland und nicht im Ausland erwerben?

Wer sagt so etwas? Es gibt sicherlich auch gute Studiengänge im Ausland. Die Hochschule München hat 150 Partneruniversitäten im Ausland. Wir kooperieren hier an der Fakultät eng mit der Grande Ecole in Grenoble und haben Studienangebote an der Plymouth University, mit der wir auch ein Promotionsprogramm anbieten. Ein Studierender z.B. ist jetzt gerade in Thailand und wird dort einen Teil seines Studiums absolvieren und gleichzeitig für seinen Arbeitgeber am Aufbau einer Dependance mitarbeiten. Ich würde sagen, Internationalität ist entscheidend, und ob man den MBA im Ausland oder in Deutschland macht, das kommt auf die Inhalte an, die die Hochschule bieten kann.

Was macht für Sie den Reiz der Arbeit an der HM aus?

Ich finde es inspirierend, dass ich hier an der Hochschule viel gestalten und dass ich Dinge voranbringen kann. Wir sind die zweitgrößte Hochschule dieser Art in Deutschland. Das hat den Vorteil, dass die Infrastruktur sehr gut ist. Wir haben zum Beispiel das Strascheg Center for Entrepreneurship. Das erlaubt uns, Unternehmertum voranzutreiben. Wenn ich neue Themen etablieren will, dann kann ich das in meiner Arbeit tun.

Bezeichnung des Abschlusses

Master of Business Administration and Engineering (MBA and Eng.)

Regelstudienzeit

Fünf Semester

Vollzeit, Teilzeit oder beides möglich?

Das Studium kann nur berufsbegleitend belegt werden.

Kosten des Studiums

Die Gebühren für den Masterstudiengang betragen 6.900 € unabhängig von der benötigten Anzahl der Studiensemester. Für jedes Semester wird zudem ein Studentenwerksbeitrag und die Gebühr für das Semesterticket erhoben.

Für einzelne (Block-)Vorlesungen außerhalb des Pflichtprogramms, die nicht in den Räumen der Hochschule München stattfinden (z.B. Teile des Seminars „Softskills“), können zusätzliche Kosten entstehen. Sie werden gesondert bekannt gemacht. Ebenfalls entstehen für optionale Auslandsprogramme zusätzliche Kosten.

Da es sich bei dem MBA um eine Weiterbildung handelt, können die Ausgaben i.d.R. von den Studierenden als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden.

Formale Voraussetzungen für den Studiengang

  • Hochschulabschluss in Wirtschaftsingenieurwesen, Ingenieur- oder Naturwissenschaft, Bachelor oder Diplom
  • mindestens ein Prüfungsgesamtergebnis mit „gut“ bestanden
  • mindestens ein Jahr einschlägige Berufserfahrung
  • bestandene Eignungsprüfung

Wie viele Bewerber gibt es? Wie viele werden aufgenommen?

  • Zum Wintersemester gehen ca. 85 Bewerbungen ein (ca. 50 Zulassungen)
  • Zum Sommersemester gehen ca. 70 Bewerbungen ein (ca. 30 Zulassungen)

Welche Sprachen muss ein Bewerber können?

Deutsch und Englisch

Wie viele Professoren und Studenten gibt es?

Für die Fakultät arbeiten 42 Professoren, 70 Lehrbeauftragte und 19 Mitarbeiter. Es gibt 260 Studierende im MBA&Eng.-Studiengang.

Ausländische Partnerunis

  • Grenoble École de Management (GEM) in Frankreich
  • Université de Haute-Alsace in Mulhouse Frankreich
  • Plymouth University in England
Lassen Sie sich beraten:
Prof. Dr. Jörg Puchan
Studiengangleiter

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Die nächsten Termine

24
Okt
Informationsveranstaltung für Studieninteressierte
Beginn: 18 Uhr
Ort: Lothstraße 64, 80335 München
Mehr Informationen zum Termin
15
Nov
Start Bewerbungszeitraum
Laufzeit bis 15.01.2018
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04
Dez
Informationsveranstaltung für Studieninteressierte
Beginn: 18 Uhr
Ort: Lothstraße 64, 80335 München
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10
Jan
Informationsveranstaltung für Studieninteressierte
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