MBA Business Management der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Das Programm MBA Business Management der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg richtet sich an Führungskräfte mit und ohne wirtschaftswissenschaftliche Vorkenntnisse, die sich wichtige Management-Kenntnisse aneignen wollen.

Über die Hochschule

Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wurde 1743 gegründet und hat heute fünf Fakultäten, über 300 Lehrstühle, 12.000 Mitarbeiter und 500 Hochschulpartnerschaften.

Das MBA-Programm wird seit 2004 zusammen mit dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften sowie der WiSo-Führungskräfte-Akademie (WFA) angeboten. Die WFA ist ein An-Institut der Friedrich-Alexander-Universität und bietet Dienstleistungen im Bildungs- und Veranstaltungsmanagement an. Die Teilnehmer des MBA-Programms sind zwischen 25 und 45 Jahre alt, die durchschnittliche Berufserfahrung beträgt fünf Jahre.

Vor allem Ingenieure schreiben sich für das Programm ein, zu den Studierenden gehören aber auch Juristen, Verwaltungsfachleute, Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaftler, die zum Beispiel in der Automobilbranche, in der Elektrotechnik, im Handel und verschiedenen Dienstleistungsbereichen arbeiten.

Aufnahmeverfahren

Der nächste Jahrgang startet am 1. Oktober 2018 und wird am 31. März 2020 enden. Die Bewerbungen können ab sofort eingereicht werden, der Bewerbungsschluss ist der 15. Juni 2018.

Ablauf des Bewerbungsverfahrens

Im ersten Schritt der Bewerbung werden folgende Dokumente verlangt:

  • Vollständig ausgefüllter Zulassungsantrag
  • Lebenslauf
  • Motivationsschreiben
  • Nachweis des Hochschulabschlusses
  • Nachweis über Berufserfahrung
  • Sprachnachweise

Die Bewerbung geht an:
WiSo-Führungskräfte-Akademie (WFA)
An-Institut der Universität
Erlangen-Nürnberg
Klingenhofstraße 58
90411 Nürnberg

Hinweis für Bewerber mit 180 ECTS-Punkten

Um ein MBA-Studium anzutreten, benötigen die Teilnehmer in der Regel 240 ECTS-Punkte. Wer aus seinem Erststudium nicht so viele Leistungspunkte mitbringt, jedoch mindestens 180 ECTS-Punkte vorweisen kann, hat die Möglichkeit, sich die fehlenden 60 Punkte durch die sogenannte Sondereignungsfeststellungsprüfung (SEFP) anerkennen zu lassen.
Während der 40-minütigen Prüfung müssen die Bewerber MBA-relevante Kompetenzen (zum Beispiel Berufserfahrung, internationale Erfahrung, Fortbildungen etc.) nachweisen.

Persönliches Gespräch

Sind die formalen Zulassungen erfüllt, werden die Bewerber im zweiten Schritt zu einem ca. 30-minütigen Gespräch eingeladen. Zwei Ansprechpartner der Hochschule prüfen in diesem Interview die Motivation der Bewerber, ihr Interesse und ihre Vertrautheit mit Wirtschaftsthemen sowie die persönliche und berufliche Ausgangssituation.

Nach einer erfolgreichen Bewerbung bekommen die Teilnehmer eine Zulassungsbestätigung sowie den MBA-Studienvertrag für den MBA Business Management.

Aufbau und Ablauf des Studiums

Das Studium besteht aus neun Pflichtfächern, die drei Lehrmodulen zugeordnet sind, sowie einer Masterarbeit. Die Leistungsprüfungen werden studienbegleitend im Rahmen des jeweiligen Moduls in Form von Klausuren, aber auch durch Präsentationen, Projekt- und Gruppenarbeiten erbracht. Nach 14 Monaten schreiben die Teilnehmer ihre Masterarbeit, für die sie vier Monate Zeit haben.

Die Unterrichtseinheiten finden freitags von 15 bis 20 Uhr sowie samstags von 8 bis 14 Uhr statt. Insgesamt gibt es 36 solcher Wochenendeinheiten.

Das erste Semester startet zudem mit dem Kurzmodul „Management Fundamentals“, das 2 x 2 Tage dauert. Es ist freiwillig und richtet sich vor allem an diejenigen Teilnehmer, die noch keine wirtschaftswissenschaftlichen Vorkenntnisse haben. So soll eine gemeinsame Ausgangsbasis geschaffen werden. Aber auch Wirtschaftswissenschaftler können an dem Kurzmodul teilnehmen, um die wichtigsten Grundlagen zu wiederholen. Auch die dreitägige Teambuilding-Exkursion an eine europäische Partneruniversität findet im ersten Semester statt. Während des gesamten Studiums werden zudem Management Skills-Trainings (z.B. Kommunikation, Präsentation, Verhandlungsführung, Selbstcoaching oder Stressmanagement) angeboten. Diese Trainings finden an vier Wochenenden statt.

Pro Semester werden drei Lehrmodule durchgenommen: „Leading“, „Acting“ und „Analizing“. Das Modul „Leading“ gliedert sich in die Teile Strategy, Leadership und Managerial Economics – es werden die wichtigsten Grundlagen verantwortungsvollen Managements vermittelt. Im Modul „Acting“ stehen Marketing, Operations und Innovation auf dem Lehrplan. Die Teilnehmer sollen lernen, wie die Unternehmensführung die Wertschöpfungskette verbessern kann. Im letzten Lehrmodul beschäftigen sich die Studierenden mit den Teilen Finance, Accounting und Controlling, um die Wertschöpfung analysieren und bewerten zu können.

Die Module im Einzelnen

Strategy Die Teilnehmer lernen die Grundlagen sowie die wichtigsten Theorien, Konzepte und Instrumente des strategischen Managements kennen. Sie sollen in der Lage sein, strategische Herausforderungen zu bewältigen, die einzelnen Phasen des Strategieprozesses zu analysieren und Strategien sowohl für einzelne Geschäftsfelder als auch für das Gesamtunternehmen zu entwickeln. Zum strategischen Management gehört zudem eine ethische Reflexion des gesamten Prozesses. Auch damit machen sich die Teilnehmer vertraut.

Leadership Personalmanagement wird heute als wichtiges Gestaltungsinstrument der Unternehmensführung betrachtet. Die Teilnehmer beschäftigen sich in diesem Modul deshalb mit personalpolitischen Bedingungen, Akteuren und Instrumenten – auch aus internationaler Perspektive. Durch aktuelle Beispiele und Übungen werden die Inhalte mit praxisnah vermittelt.

Managerial Economics Im Fokus dieses Moduls stehen die wichtigsten Methoden, die Manager für ihre Entscheidungen heranziehen. Dazu gehören Makro- und Mikroökonomie, Spieltheorie, Industrieökonomie und Informationsökonomie.

Marketing Die Teilnehmer machen sich mit den Grundlagen des Marketings vertraut. Zu den wichtigsten Themen gehören die zentralen Theorien, Strategien und Instrumente dieses Bereichs. Außerdem wird das Marketing aus verschiedenen Perspektiven betrachtet: aus Führungsperspektive des Unternehmens, aus aktivitätsorientierter Perspektive mit Hinblick auf Produkt, Preis und Vertrieb sowie aus beziehungsorientierter Perspektive – bezogen auf die Kunden.

Operations In diesem Kurs lernen die Teilnehmer sämtliche Akteure der Logistik kennen: Lieferanten, Hersteller, Dienstleister und Handel. Auch das Prozess-, Einkaufs- und Supply Chain Management stehen auf dem Lehrplan. So sollen die Studierenden lernen, komplexe Leistungsprozesse zu steuern.

Innovation Gutes Innovationsmanagement ist ein Schlüsselfaktor für ein erfolgreiches Unternehmen. In diesem Kurs beschäftigen sich die Teilnehmer mit der Entwicklung, Bewertung und Umsetzung innovativer Ideen. Hierbei kann es sich um Produkte, Prozesse oder ganze Geschäftsmodelle handeln. Außerdem entwickeln die Studierenden einen Businessplan für eine eigene Innovationsidee.

Finance Anhand von aktuellen und realitätsnahen Fallstudien lernen die Teilnehmer, wie man lohnende Projekte identifiziert, die Finanzplanung umsetzt oder Finanzierungsquellen analysiert und auswählt. So sollen sie letztendlich in der Lage sein, den Wert ihres Unternehmens zu steigern und seine Zahlungsfähigkeit sicherzustellen.

Accounting Die Teilnehmer beschäftigen sich mit den Grundlagen der Rechnungslegung – von gesetzlichen Rahmenbedingungen bis hin zu Bilanzierungsgrundsätzen. Außerdem lernen sie wichtige Abschlusskennzahlen zur Beurteilung von Erfolg, Vermögen, Kapital und Liquidität sowie Möglichkeiten der Bilanzpolitik und eine aus dem Jahresabschluss abgeleitete Erfolgs-, Bilanz – und Finanzplanung kennen.

Controlling Im Zentrum dieses Kurses stehen das strategische sowie das operative Controlling. Die Teilnehmer analysieren und diskutieren Theorie und Praxis des strategischen Controllings und lernen die finanz- und erfolgswirtschaftlichen Instrumente des operativen Bereichs kennen. Außerdem erarbeiten sich die Studierenden die wichtigsten Kennzahlenkonzepte des Controllings.

Fazit

Das MBA-Programm der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg richtet sich an Führungskräfte mit und ohne wirtschaftswissenschaftliche Vorkenntnisse, die sich wichtige Management-Kenntnisse aneignen wollen. Das Programm zeichnet sich durch eine enge Betreuung der Teilnehmer aus und ist für diejenigen geeignet, die sich zudem ein universitäres Umfeld wünschen.

Außerdem profitieren die Studierenden von zusätzlichen Angeboten, zum Beispiel von den Management Skills-Trainings. Bei dem MBA-Programm handelt es sich um ein klassisches General-Management-Programm. Zudem besteht der MBA aus vielen Präsenzveranstaltungen und ist eher für Teilnehmer geeignet, die aus der Metropolregion Nürnberg und Umgebung stammen.

Mit 25.000 Euro liegt das Programm im mittleren Preissegment, darin enthalten ist jedoch auch die dreitägige Studienreise zu Beginn des Studiums.

Gespräch mit einer Absolventin des MBA-Studiengangs

  • Gespräch mit Anja Auer
    Absolventin des MBA-Programms der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (2012-2014)

In welchem Bereich sind Sie heute tätig?

Ich arbeite als Manager New Programs and Productline Strategy bei Diehl Aerospace im Bereich Flugzeugkabinenbeleuchtung. Dort bin ich schwerpunktmäßig für das Angebotsmanagement strategischer Neuprogramme, für das Change und Claim Management sowie für den generellen Kundenkontakt in der Akquisitions- und Angebotsphase verantwortlich. Vorher war ich im Controlling tätig, ebenfalls bei Diehl.

Wie sah Ihre Ausbildung vor dem MBA aus?

Ich habe von 2002 bis 2005 an der Dualen Hochschule Stuttgart Wirtschaftsingenieurwesen studiert und das Studium mit einem Doppelabschluss – Diplom und Bachelor – absolviert. Vor dem MBA hatte ich also rund sieben Jahre Berufserfahrung gesammelt.

Warum wollten Sie noch ein weiteres Studium absolvieren, warum gerade einen MBA?

Für mich war bereits bei der Entscheidung für mein duales Erststudium klar, dass ich später noch ein Masterprogramm absolvieren werde. Während meiner ersten Jahre im Beruf merkte ich schnell, dass ich vor allem meine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse auf hohem Niveau weiter entwickeln und mir insbesondere mehr Managementkompetenzen aneignen wollte. Um diese Ziele zu erreichen, entschied ich mich für einen MBA. Meine Tätigkeit im Bereich Neuprogramme und Produktstrategie erfordert es, die Auswirkungen meiner Handlungen und Entscheidungen über Abteilungs- und Bereichsgrenzen hinaus zu berücksichtigen. Denn diese haben meist nicht nur fachspezifische, sondern unternehmensweite Folgen. Genau dafür ist ein MBA konzipiert. Es geht darum, in Zusammenhängen zu denken und über das reine ökonomische Fachwissen hinaus Fähigkeiten zu entwickeln, um Probleme der Unternehmenspraxis zu lösen.

Weshalb haben Sie sich gerade für die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg entschieden?

Entscheidend war für mich zunächst, ein berufsbegleitendes Programm zu finden. Denn so ist es möglich, das erlernte Wissen sofort zu reflektieren bzw. gleich umzusetzen. Letztendlich sollte der MBA mir bei meinen beruflichen Aufgaben helfen. In diesem Zusammenhang war mir auch wichtig, dass Berufserfahrung zu den Aufnahmekriterien gehört.

Außerdem habe ich großen Wert auf einen universitären Hintergrund gelegt. Der gute Ruf der Friedrich-Alexander-Universität im Bereich der Wirtschaftswissenschaften kam mir da entgegen. Ich habe viel Zeit in die Recherche investiert, schließlich handelte es sich um eine weitrechende Entscheidung. Ich habe mir mehrere MBA-Programme sehr ausführlich angeschaut. Letztendlich hat mich aber das Curriculum der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, sowie deren abwechslungsreiche Wissensvermittlung in Form von Gruppenarbeiten, Case Studies, Präsentationen und der Erstellung eines eigenen Business Planes überzeugt.

Wie lief die Bewerbung ab?

Nach der schriftlichen Bewerbung wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch mit Professor Kai-Ingo Voigt von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Herrn Dietmar Bendheimer, dem Geschäftsführer der WFA, eingeladen.

Man befragte mich zu meinem Lebenslauf, der beruflichen und privaten Situation sowie zu meinen Vorstellungen und Erwartungen bezüglich des MBA-Programms. Meine Gesprächspartner wollten prüfen, inwiefern meine Motive und Lebensumstände zum Programm passten. Da ich „nur“ ein sechssemestriges Erststudium absolviert hatte, war außerdem eine schriftliche Prüfung zum Nachweis der betriebswirtschaftlichen Grundlagen nötig. Ich musste zwei entsprechende Aufgaben bearbeiten.

Wie viel Zeit haben Sie für das Studium aufgewendet?

Neben den Präsenzzeiten jeden Freitagnachmittag und Samstag galt es, unter der Woche Projektarbeiten im Team oder Klausuren vorzubereiten. Obwohl der Zeitbedarf je nach eigener Vorbildung und Präferenzen etwas schwankt und es auch vorlesungsfreie Zeiten gibt, muss man sich bewusst sein, dass die beiden Jahre kontinuierlichen Einsatz erfordern. Außerdem stellte die Masterarbeit am Ende des Studiums noch einmal eine große zeitliche Belastung dar.

Da das Programm jedoch speziell für berufstätige Studierende ausgelegt ist, konnte ich es so einrichten, dass die berufliche Leistung nicht durch den MBA beeinträchtigt war. Allerdings blieb sehr wenig Raum für Freizeitaktivitäten in den beiden Jahren. Insgesamt fiel mir das Lernen jedoch leicht, die Dozenten sowie die Prüfungsleistungen sind sehr unterschiedlich und dadurch abwechslungsreich. Das hat den Reiz des MBA-Programms ausgemacht – es kam nie Langeweile auf.

Wie war die Atmosphäre unter den Studierenden?

Alle Studenten begannen und absolvierten die beiden Studienjahre gemeinsam, es gab sehr wenig Fluktuation. Das war für mich persönlich einer der großen Pluspunkte des Programms, denn das gemeinsame Lernen und die Teamarbeiten mit ambitionierten Kommilitonen aus unterschiedlichen Branchen und Unternehmen haben mir einerseits sehr viel Spaß gemacht, und andererseits das Programm auch enorm bereichert. Auch was Alter und Vorbildung anging, war die Bandbreite sehr hoch. Die Teilnehmer waren zwischen 24 und 50 Jahren alt und brachten aus ihrem Erststudium ganz unterschiedliche Sichtweisen mit, davon haben wir alle sehr profitiert. Durch die Kursgröße von rund 25 Studenten entstand zudem eine sehr persönliche Arbeitsatmosphäre, die bereits im ersten Semester während des Teambuilding-Seminars aufgebaut wurde. Ich bin sicher, dass der Kontakt und dieses Netzwerk auch nach dem Abschluss bestehen bleiben werden. Diese zwei Jahre¹ schweißen die Teilnehmer sehr zusammen.

Hat Ihnen der MBA bei Ihrer Karriere konkret weitergeholfen?

Tatsächlich bin ich der Meinung, dass der Lerneffekt sofort wirkt. Durch den berufsbegleitenden Aufbau muss man nicht bis zum Ende zu warten, bis man profitiert. Ich konnte sowohl in fachlicher als auch in methodischer Hinsicht das Gelernte immer wieder in beruflichen Fragestellungen einfließen lassen, das wurde natürlich im Unternehmen bemerkt. Generell fällt es im Betrieb positiv auf, wenn jemand die Doppelbelastung aus Studium und Beruf erfolgreich meistert. Es ergeben sich insgesamt viele neue Möglichkeiten.

Welches Modul hat Ihnen besonders gut gefallen?

Ein Highlight war sicherlich der Business Plan im Modul Innovation Management. Wir haben im Team ein Konzept für ein neues Geschäftsmodell (Wir überlegten uns, wie man für Geschäftsreisende bei kurzfristigen Business Trips das Einkaufen und Packen von Körperpflegeprodukten vereinfachen kann) entwickelt und fundiert ausgearbeitet.

Zum Schluss durften wir unsere Idee dann einer Jury aus Fachjuroren aus Wirtschaft, Gründerförderung und Vertretern von Finanzinstituten vorstellen und bekamen direktes Feedback. Es war enorm motivierend zu erfahren, wie erfolgsversprechend das eigene Konzept ist und von der Erfahrung dieser Experten zu profitieren. Insgesamt war das Curriculum sehr gut abgestimmt und alle Kurse haben mir viel gebracht.

Wem würden Sie ein solches Studium besonders empfehlen?

Jedem, der sich in ökonomischer Richtung breit gefächert und auf universitärem Niveau weiterbilden will und dem neben der fachlichen Weiterentwicklung auch die Soft Skills wichtig sind, die sich nur bei Präsenzstudium durch die enge Zusammenarbeit mit den Kommilitonen ergeben. Es war sehr hilfreich, das in den verschiedenen Prüfungssituationen unter Leistungs- und Zeitdruck weiterzuentwickeln. Außerdem werden so Zeitmanagement, Teamfähigkeit oder Konfliktmanagement trainiert.

¹ Zwischenzeitlich wurde der Studiengang auf 18 Monate verkürzt.

Interview mit einer Verteterin der Hochschule

  • Gespräch mit Sylvia Korell
    Bereichsleiterin Bildung bei der WiSo-Führungskräfte-Akademie, dem Kooperationspartner der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Wie ist das MBA-Programm der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg entstanden?

Die Entwicklung des Programms ging maßgeblich von Kai-Ingo Voigt aus, der den Lehrstuhl für Industrielles Management verantwortet. Professor Voigt initiierte den berufsbegleitenden Studiengang und hat damit das Portfolio der Universität um ein MBA-Programm erweitert. Im Jahr 2004 konnte der Studiengang dann erfolgreich starten.

Der MBA wird in Kooperation mit der WiSo-Führungskräfte-Akademie (WFA) angeboten. Wie sieht die Arbeitsteilung zwischen Universität und WFA aus?

Die WFA ist eine Ausgründung der Universität und eine Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher und beruflicher Weiterbildung. Sie organisiert beispielsweise als Dienstleister für die Hochschule auch Kongresse und Tagungen. Bei der Entwicklung des MBA war die WFA von Anfang an miteinbezogen, konkret kümmert sie sich um das Marketing, die Akquise und die Beratung der Teilnehmer sowie um die Organisation des gesamten Studienverlaufs. Für die Studieninhalte ist dagegen allein die Universität verantwortlich.

Welche Zielgruppe möchten Sie erreichen?

Wir sprechen Interessenten sowohl mit als auch ohne wirtschaftswissenschaftliche Vorkenntnisse an, da sind wir recht offen. Für uns sind die Zielsetzung und die Motivation der Teilnehmer entscheidender als ihr Hintergrund. Neben Technikern, Ingenieuren finden sich unter den Teilnehmern z.B. auch Biologen, Juristen oder Mediziner.

Wie sollten Zielsetzung und Motivation dann aussehen?

Unsere Teilnehmer sind sehr leistungsorientiert und planen ihren nächsten Karriereschritt. Sie wollen strategisches Management-Wissen erwerben und Führungsaufgaben übernehmen, diese Kriterien fragen wir beispielsweise auch in dem persönlichen Bewerbungsgespräch ab. Darüber hinaus ist es uns wichtig, dass die Interessenten eine zutreffende Vorstellung unseres MBA-Programms haben. Das sollte optimal passen, schließlich investieren die Teilnehmer viel Zeit und Geld in diese Ausbildung. Andere große Projekte, seien sie beruflich oder privat, kann man während dieser 18 Monate nicht angehen.

Raten Sie manchen Interessenten auch ab?

Das kommt schon vor. Zum Beispiel, wenn wir merken, dass der Bewerber ein spezialisiertes Weiterbildungsprogramm sucht. Das bieten wir nicht an, unser MBA ist eine klassische General-Management-Ausbildung.

Wie würden Sie Ihre Teilnehmer beschreiben?

Viele unserer Studierenden kommen dabei aus der Region. Unser geographischer Einzugsbereich beträgt etwa 200 Kilometer. Unser MBA ist schließlich ein Präsenzprogramm, die Teilnehmer müssen fast jedes Wochenende anreisen.

Was das Alter angeht, reicht unsere Bandbreite von Mitte 20 bis etwa 50 Jahre. Die meisten Teilnehmer bringen übrigens schon etliche Jahre an Berufserfahrung mit, der MBA richtet sich aber auch an Young Professionals. Etwa 20 Prozent haben einen wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund, die größte Gruppe machen die Ingenieure und Informatiker aus. Wir haben aber auch immer einige Geistes- oder Sozialwissenschaftler sowie Ärzte und Juristen unter den Teilnehmer. Diese Heterogenität ist uns sehr wichtig, das bietet einem wertvolle Blicke über den eigenen Tellerrand. Wir hatten auch einen Sportwissenschaftler dabei, der den MBA als Einstieg in die Wirtschaft genutzt hat. Auch das kann eine mögliche Motivation sein.

Wie viel Auslandsaufenthalte bieten Sie Ihren Teilnehmern?

Internationalität ist ein wichtiger Faktor. Wir besuchen mit jedem Lehrgang für vier Tage eine europäische Partneruniversität. Sie nehmen an einigen Lehrveranstaltungen teil, es gibt jedoch keine Prüfungsleistungen. Es geht eher darum, dass die Gruppe sich kennenlernt und viel Zeit miteinander verbringt. Außerdem bieten wir den Teilnehmern noch eine einwöchige Studienfahrt an, entweder nach Indien oder China. Wir organisieren dort Besuche von Partneruniversitäten, Exkursionen zu Unternehmen vor Ort, Fachvorträge und ein kulturelles Rahmenprogramm. Dabei handelt es sich um eine freiwillige Exkursion, die unter unseren Teilnehmern und Absolventen sehr nachgefragt ist. Grundsätzlich sind alle Fächer des Programms inhaltlich international ausgerichtet.

Was erwartet die Studierenden noch, abseits des Lehrplans?

Wir empfehlen unseren Teilnehmern, an den Management Skills-Trainings teilzunehmen. Dabei handelt es sich um vier zusätzliche Wochenendveranstaltungen, bei denen wir wichtige Kompetenzen wie Präsentation, Moderation, Problemlösungsstrategien, Konfliktmanagement sowie Interkulturelle Sensibilisierung trainieren und vermitteln. Darüber hinaus laden wir unsere Studierenden regelmäßig zu Fachvorträgen, Tagungen oder Kaminabenden ein. Und natürlich können sich die Teilnehmer nach ihrem Abschluss in unserem Alumni-Verein engagieren und von diesem Netzwerk profitieren.

Genaue Bezeichnung des Studiengangs

MBA Business Management

Genaue Bezeichnung des Abschlusses

Master of Business Administration (MBA)

Dauer

18 Monate

Partner-Institute

Im Rahmen des Programms findet eine dreitägige Exkursion zu einer europäische Partneruniversität statt, zum Beispiel an die Sorbonne in Paris oder die Karls-Universität in Prag.

Vollzeit, Teilzeit oder ist beides möglich?

Das MBA-Programm ist nur berufsbegleitend möglich.

Kosten des Studiums

Die Studiengebühren betragen insgesamt 25.000 Euro. Hinzu kommen individuelle Kosten für Anreise und ggf. Übernachtungen in Nürnberg. Wer an der fakultativen Studienreise nach Indien oder China teilnehmen möchte, muss mit weiteren Kosten um die 1.000 bis 1.500 Euro zzgl. Anreise rechnen.

Formale Voraussetzungen

  • abgeschlossenes Hochschulstudium
  • mindestens einjährige Berufserfahrung

Welche Sprachen muss ein Bewerber können?

Es werden gute deutsche und englische Sprachkenntnisse verlangt.

Akkreditierung

Die FAU wurde als eine der wenigen deutschen Volluniversitäten System-Akkreditiert. Die Akkreditierung wurde von der Akkreditierungsagentur AQAS vorgenommen. Darüber ist auch das MBA-Programm akkreditiert.

Wie viele Professoren, Mitarbeiter und Studierende gibt es?

Pro Jahrgang werden maximal 25 Teilnehmer zugelassen. Insgesamt gibt es 193 Absolventen. Von Seiten der WFA betreuen vier Mitarbeiter den MBA, drei Professoren der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sitzen im Prüfungsausschuss und neun Dozenten verantworten die Pflichtmodule.

Lassen Sie sich beraten:
Oxana Malinowski
Produktmanagerin Bildung

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