In der Kategorie Freie Waldorfschulen finden Sie alle derzeit im Bildungsmarkt gelisteten Schulen dieser Art und grundlegende Informationen zur Freien Waldorfschule und deren pädagogischen Konzept.

Was ist das Besondere an Freie Waldorfschulen?

Die von Rudolf Steiner auf Grundlage seiner Anthroposophie 1919 begründete Waldorfpädagogik ist die Verbindung zwischen den weitgehend eigenständigen Freien Waldorf-Schulen. In Deutschland sind Freie Waldorfschulen staatlich anerkannte Ersatzschulen, die meist auch staatlich bezuschusst werden. Um die Gesamtaufwände der Schulen zu leisten wird aber immer auch ein Schulgeld erhoben. Dieses fällt je nach Waldorfschule unterschiedlich aus.

Die erste Waldorfschule wurde von Rudolf Steiner für die Kinder von Fabrikarbeitern der
Waldorf-Astoria Zigarettenfabrik 1919 in Stuttgart begründet mit dem Ziel, den Entwicklungsgesetzen des heranwachsenden Menschen in der Pädagogik gerecht zu werden und soziale Gerechtigkeit im Bildungswesen zu verwirklichen.

Mit den anthroposophischen Grundsätzen „Freiheit der Kultur“, „Gleichheit in der politischen Gemeinschaft“ und „Brüderlichkeit im wirtschaftlichen Leben“ wird an Waldorfschulen ein ganzheitliches und kindgerechtes Lernen praktiziert. Eine starke Bedeutung hat die Förderung und der Einsatz von Musik und Kreativität.

Das Notensystem findet an einer Waldorfschule keine Anwendung. Statt dessen werde individuelle Beurteilungen für den Lernfortschritt durch die Lehrkräfte erstellt. In der Oberstufe können auf Wunsch, zusätzlich zu den Beurteilungen, aber auch Zeugnisse und Noten in der Entsprechung des staatlichen Schulsystems angefordert werden.

Die Organisation in Freien Waldorfschulen hat keine hierarchische Gliederung mit einem Direktorium an der Spitze. Die Lehrer versammeln sich periodisch und entscheiden demokratisch über organisatorische Fragen und pädagogische Aspekte. Jede Waldorfschule ist somit autonom und selbst verwaltet.

Mit Stand Ende 2017 gibt es 1085 Waldorfschulen in 64 Ländern, 530 heilpädagogische Schulen in 40 Ländern und 1.900 Waldorfkindergärten in 70 Ländern.

Welche Ziele können Kinder an einer Freien Waldorfschule erreichen?

Die Schullaufbahn an einer Waldorfschule umfasst in der Regel die gesamte Zeit der Schulpflicht in Grundschule und weiterführenden Schulen. Die Schulzeit kann von der ersten bis zur 13. Klasse betragen und schließt mit dem Waldorfabschluss ab. Waldorf-Schüler könne mit der entsprechenden Eignung aber auch an staatlichen Schulen die jeweilige Prüfung absolvieren und staatliche Abschlüsse erreichen.
Dabei kann nach der 10. Klasse an einer Waldorf-Schule extern der Hauptschulabschluss erreicht werden, nach der 11. Klasse die Mittlere Reife, nach der 12. Klasse die Fachhochschulreife. Optional kann auch eine 13. Klasse belegt werden an der sich ein Schüler auf die Abiturprüfung an einem staatlichen Gymnasium vorbereitet.